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Kognitionswissenschaft: Aufmerksamkeit steuert unterschwellige Wahrnehmung

Die Aufmerksamkeit beeinflusst die Verarbeitung unbewusst wahrgenommener Sehreize im Gehirn. Zu diesem Ergebnis kommt eine Forschergruppe um Bahador Bahrami am University College London nach einer Studie mit sieben Probanden.

Sie präsentierten einem Auge der Freiwilligen kontrastarme Skizzen von Haushaltsgegenständen und maßen die zugehörige Aktivierung im primären visuellen Hirnareal mit funktioneller Magnetresonanz-Tomografie. Ein schnell variierendes Störmuster auf dem anderen Auge verdrängte zwar die bewusste Wahrnehmung der Bilder, die entsprechende Hirnaktivität ließ sich aber weiterhin nachweisen. Sie sank jedoch, wenn die Probanden zugleich auf bestimmte Buchstaben in einer farbigen Zeichenfolge reagieren mussten – umso stärker, je schwieriger die Aufgabe.

Nach Interpretation der Forscher verteilt sich die Aufmerksamkeit also nicht nur auf bewusst wahrgenommene, sondern auch auf unterschwellige Reize. Absorbiert eine anspruchsvollen Aufgabe die gesamte Aufmerksamkeit, dann wird auch die unterbewusste Wahrnehmung gehemmt.

Welcher Zusammenhang zwischen Bewusstsein und Aufmerksamkeit besteht, ist bislang umstritten. Das Ergebnis widerspricht psychologischen Theorien, die die beiden gleichsetzen oder davon ausgehen, dass Aufmerksamkeit nur das Bewusstwerden kontrolliert. (vs)
10.03.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 10.03.2007

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