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Polynesien: Aufstieg und Fall auf Rapa

Die Ahnen der Polynesier haben rund 1500 Jahre benötigt, um peu à peu von Fidschi, Tonga und Samoa aus auch die weit abgelegenen Inseln des östlichen Südpazifiks zu bevölkern. Dies ergaben Radiokarbondatierungen auf dem nur zwanzig Quadratkilometer großen Eiland Rapa unweit der Osterinsel.

Demnach kamen die ersten Siedler um 1200 hierher – und fanden zunächst beste Lebensbedingungen. Ihre Zahl stieg kräftig an. Zugleich allerdings, das fanden die Forscher um Atholl Anderson von der Australian National University in Canberra unter anderem mit Hilfe der Ablagerungen in Mooren heraus, holzten die Bewohner große Teile des Walds ab. Der fruchtbare Boden erodierte und die Anbauflächen für die kartoffelähnliche Wasserbrotwurzel schwanden.

Infolgedessen kam es nur 300 Jahre später zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Die Bewohner der Insel verließen ihre Höhlen in Küstennähe und zogen sich ins Landesinnere zurück. Dort stießen die Wissenschaftler auf die Überreste von 15 Festungen. Sie zeugen davon, dass das Volk in kleinere, um gemeinsame Ressourcen konkurrierende Gruppen zerfiel. Als 1791 die ersten Europäer nach Rapa kamen, lebten auf der Insel noch etwa zweitausend Menschen. Heute sind es weniger als fünfhundert.

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