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China: Aufstieg und Fall mit dem Monsun

Tropfsteine sind einzigartige Klimaarchive. Wie Bäume bilden sich bei ihrem Wachstum Jahresringe, an denen sich unter anderem die Niederschlagsmengen der Vergangenheit ablesen lässt. An einem Stalagmiten aus China konnten Forscher nun zeigen, wie der Monsun das Reich der Mitte beeinflusste und zum Aufstieg und Fall ganzer Imperien führte.

Mit Hilfe der Sauerstoffisotope konnte das Team um Pingzhong Zhang von der Universität Lanzhou die feuchten und die trockenen Perioden während der letzten 1800 Jahre rekonstruieren. Dabei überraschte der überaus deutliche Zusammenhang mit den historischen Wendungen in China: In dürren Zeiten drohte demnach die Gefahr politischer Unruhen – und schließlich der Untergang ganzer Dynastien.

So geschehen etwa 1644. Während 60 trockener Sommern kam es zu Missernten und lang anhaltenden Bauernaufständen. Sie schwächten das Imperium und zerstörten es von innen heraus. Eine Zeit mit schwachem Monsun führte zwischen 850 und 940  auch zum Niedergang der Tang-Herrschaft. Dagegen konnten Zeiten hoher Niederschläge auch zu einer kulturellen Blüte führen: beispielsweise im Reich der "Nördlichen Song" zwischen 960 und 1020.

Seit Jahrzehnten beeinflusst zudem der Mensch selbst den Tropenwind. Der vermehrte Ausstoß von Treibhausgasen – auch das zeigen die Daten – hatte in den letzten zwei Jahrzehnten eine deutliche Abschwächung des Monsuns zur Folge.

Robin Gerst

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