Beobachtungstipp mit dem Fernglas: Komet 220P/McNaught ausgebrochen

Der Komet 220P/McNaught erscheint zurzeit ungewöhnlich hell. Er hatte einen signifikanten Ausbruch. Uwe Pilz, Astronom und Vorsitzender der Vereinigung der Sternfreunde e.V. (VdS), veröffentlichte auf der VdS-Website seine Beobachtung des Schweifsterns aus den Morgenstunden des 7. August 2026. Sie dokumentiert einen Helligkeitsausbruch von 220P um ungefähr sechs Größenklassen. Zurzeit ist der Komet etwa 7 mag hell. Das ist knapp unterhalb der Schwelle von 6 mag, um etwas am Nachthimmel mit bloßem Auge beobachten zu können. Mit einem Fernglas erscheint 220P/McNaught als kleiner, verwaschener Lichtfleck.
Normalerweise sind Kometen lichtschwach und nur mit einem Teleskop auszumachen. In Sonnennähe nimmt die Helligkeit dieser Himmelskörper zu, weil sich dann ihre namensgebende Koma, eine Gas- und Staubhülle um den Kometenkern, stärker ausbildet und vergrößert. Auch die für Kometen charakteristischen Schweife entstehen dann. Gelegentlich zerbrechen Kometen in Sonnennähe, lösen sich auf oder stürzen in unser Tagesgestirn.
Warum jetzt?
Über die Ursache der abrupten Helligkeitszunahme von 220P/McNaught lässt sich derzeit nur spekulieren. Am 14. Juni 2026 durchlief er den sonnennächsten Punkt, das Perihel. Schon damals wurde ein Helligkeitsausbruch beobachtet, der danach wieder verschwand. Ein Leserbild von Gerald Rhemann und Michael Jäger auf Spektrum.de zeigt, dass 220P Ende Juli nur noch 13 mag hell und unauffällig war.
Der neuerliche Ausbruch könnte darauf hindeuten, dass 220P/McNaught zerbricht. Es ist auch denkbar, dass infolge der Annäherung an die Sonne Hitze in den Kometenkern vorgedrungen war, dort Material von der festen in die gasförmige Phase umwandelte und dieses Gas explosionsartig nach außen drang. Sicherlich werden weitere Beobachtungen in den nächsten Tagen mehr Einsichten bringen, was genau im Kometen McNaught vor sich geht.
Beobachtungstipp
Wer den Kometen McNaught selbst beobachten möchte, sollte in der Morgendämmerung mit einem Fernglas an den Osthorizont schauen. Der Schweifstern durchwandert zurzeit das Sternbild Walfisch (lateinisch: Cetus). Für Beobachter in der Mitte Deutschlands gehen Sternbild und Komet kurz nach Mitternacht auf.
Der Komet 220P/McNaught wurde von dem australischen Astronomen Robert H. McNaught im Jahr 2004 entdeckt. Der Himmelskörper umkreist die Sonne einmal in 5,5 Jahren und gehört zur Jupiterfamilie.
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