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Biodiversität: Aussterben - nur wenige Menschen genügen

Sie waren riesig, begehrt - und furchtlos. Das machte die neuseeländischen Moas zum leichten Opfer der Maori-Jäger. Das Aus der Laufvögel war rasch besiegelt.

Zu den größten landlebenden Vogelarten in historischer Zeit gehören die neuseeländischen Moas – flugunfähige, straußenähnliche Laufvögel. Leider starben die Riesen jedoch vor wenigen Jahrhunderten aus: aufgegessen durch die Maori, die gegen Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrhunderts auch die Südinsel Neuseelands besiedelten. Bis dahin kannten die Moas nur Fressfeinde wie den gleichermaßen riesigen Haast-Adler, weshalb sie den neu angekommenen Menschen leicht und schnell zum Opfer fielen. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurden die Moas durch die Jäger ausgerottet – und diese waren nicht einmal zahlreich, wie eine archäometrische Studie von Richard Holdaway von der University of Canterbury und Chris Jacomb von der University of Otago zeigt. Ihre Datenanalyse deutet darauf hin, dass im 14. Jahrhundert weniger als 1500 Polynesier in Neuseeland siedelten, mit einer Person auf 100 Quadratkilometern eine der geringsten Bevölkerungsdichten vorindustrieller Hochkulturen.

Bis zum Ende der Moas wuchs die Bevölkerung zwar auf 2500 Menschen an, doch waren die Vögel schon zuvor sehr selten geworden. Entsprechend wenige Knochen oder Eier fanden Archäologen an den Siedlungsplätzen der Maori. Als Erstes verschwanden die Tiere aus den leicht zugänglichen Ebenen der Südinsel, wo sie schon 70 Jahre nach der Anlandung der Polynesier ausgerottet waren. Die letzten Überlebenden überdauerten im Gebirge der Region Nelson im nordwestlichen Teil der Südinsel – allerdings nur 20 Jahre länger. Irgendwann zwischen 1415 und 1435 starben die Moas letztlich auch hier aus, denn kein bislang bekanntes Knochenmaterial stammt aus jüngerer Zeit. Dies sei zumindest ein starker Hinweis darauf, dass auch eine kleine Zahl an Jägern in kurzer Zeit eine Art ausrotten könne, so die Forscher – was mit Blick auf das Aussterben der eiszeitlichen Megafauna beispielsweise in Nord- und Südamerika oft verneint werde.

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