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Autismus: Autismus macht Mäuse nicht aggressiver

Anders als vermutet, scheint Autismus nicht aggressiver zu machen - im Mausmodell zeigt sich sogar eine Tendenz zum defensiven Verhalten.
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Aggressivität scheint keine direkte Folge von Störungen aus dem Autismusspektrum zu sein. Darauf deutet eine Untersuchung von Forschern um Damon Page vom Scripps Research Institute in Florida hin. Die Forscher arbeiten mit Mäusen, bei denen zwei im Kontext von Autismus bekannte Gene aktiviert sind. Dadurch zeigen die Tiere eine Reihe typischer Merkmale des Autismus. Diese Tiere konfrontierte das Team um Page mit fremden Mäusen, um ihre Aggressivität zu testen. Statt aber die fremden Mäuse anzugreifen, wie es gesunde Tiere täten, begannen die Autismusmäuse damit, sich wiederholende Tätigkeiten auszuführen wie zum Beispiel zu graben. Das widerspricht der bisherigen Vermutung, Autismus gehe mit höherer Aggressivität einher.

Aggressives Verhalten ist in vielen Fällen ein Problem bei Autismus, speziell für Pflegepersonal und Angehörige. Deswegen untersuchen Page und seine Kollegen das Verhalten autistischer Mäuse gegenüber ihren Artgenossen. Der neue Befund ist um so bemerkenswerter, da repetitives Verhalten für autistische Mäuse und Menschen nicht untypisch sind. Die Forscher sind daher zuversichtlich, dass sich die verringerte Aggressivität vom Mausmodell auf den Menschen übertragen lässt. Nun wollen die Forscher an dem Modell die Verbindung zwischen defensivem Umgang mit Artgenossen und repetitivem Verhalten erforschen.

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