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Räuber-Beute-Beziehung: Bärenvorliebe beeinflusst Lachsalterung

Nordamerikanische Braunbären fressen bevorzugt jüngere Lachse, was offensichtlich die Alterungsrate in wilden Populationen der Fische steuert. Zu diesem Ergebnis kamen Thomas Quinn und seine Kollegen von der Universität von Washington in Seattle bei der Untersuchung von Braunbären und Lachsschwärmen an sechs Flüssen in Alaska.

Lachse sind nach ihren langen Wanderungen zu den Laichgründen häufig ausgezehrt und altern schon bald nach der Laichablage sehr schnell. Bären bevorzugen deshalb häufig junge Tiere als Nahrung, weil diese in ihrem Körperfett mehr Energiereserven gespeichert haben.

Die Wissenschaftler wollten nun herausfinden, ob das wählerische Verhalten der Bären oder die allgemeine Anzahl der gefressenen Tiere einen größeren Einfluss darauf hat, wie schnell die Beutepopulation altert. Dafür ermittelten sie für jeden Fisch die Zeit von der Ankunft im Fluss bis zu seinem Tod sowie die Art und Weise seines Ablebens. In Beständen, in denen Bären mehr ausgezehrte Tiere gefressen hatten, alterten die Lachse jeweils langsamer als in Bächen, wo die Beute häufig junge Fische gewesen waren.

Die Studie zeigt, welchen Einfluss das Alter eines Individuums auf seine Anfälligkeit gegenüber Räubern hat und welche langfristigen Konsequenzen eine solche Beziehung haben kann, meinen die Forscher. (vs)
14.12.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 14.12.2007

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