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News: Bahn frei!

Unser Sonnensystem liegt in einer Blase auffällig geringer Dichte. Warum dies so ist, darüber rätseln Forscher seit langem. Nun hat ein amerikanischer Astronom eine neue Idee.
Der Raum zwischen den Sternen ist nicht leer, vielmehr enthält er Gas- und Staubteilchen, die allerdings nicht gleichmäßig verteilt sind. Denn es gibt blasenartige Regionen, in denen die Dichte dieses interstellaren Mediums sehr viel kleiner ist als anderswo. Auch unser Sonnensystem befindet sich in so einer Blase.

Astronomen vermuten, dass solche Blasen durch Sternexplosionen entstehen. Deren gewaltige Druckwellen, die Teile der Sternhüllen mitreißen, fegen den Raum um die Sterne regelrecht leer. Zurück bleibt eine Blase geringer Dichte. Wenn mehrere Sterne in unmittelbarer Nachbarschaft explodieren, entstehen mitunter riesige Superblasen.

Allerdings galt es bislang als sehr unwahrscheinlich, dass auch unsere lokale Blase so entstanden ist, denn hier finden sich nur sehr wenige Sterne. Deshalb bezweifelten die Astronomen, dass innerhalb der letzten zehn Millionen Jahre genügend Supernovae stattfanden, um ausreichende Druckwellen zu erzeugen.

Jesús Maíz-Apellániz vom Space Telescope Science Institute hat nun vermutlich die Urheber der Explosionen gefunden, indem er die Daten der Hipparcos Space Astrometry Mission auswertete. Er untersuchte dabei die heutigen Positionen und Bewegungen mehrerer dutzend Sterne im 560 Lichtjahre entfernten Scorpius-Centaurus Sternhaufen. Daraus berechnete er, dass Teile der Konstellation vor zwei bis acht Millionen Jahren in der Nähe der heutugen Position des Sonnensystems lagen. Etwa sechs dieser Sterne explodierten dort und schleuderten dabei fast die gesamte Materie in dieser Region fort. Während sich die Sterne des Scorpius-Centaurus Sternhaufens immer weiter von der so entstandenen Blase entfernten, bewegten sich die Sonne und andere Sterne in sie hinein.

Die Urheber der Blase sind also identifiziert, auch wenn sie den Tatort längst verlassen haben.

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