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Ernährung: Ballaststoffe: Schutz durch Verletzung?

Mechanische Schädigung einzelner Darmzellen durch Ballaststoffe schützt den Darm als Ganzes. Am Medical College von Georgia in Augusta stellten Wissenschaftler fest, dass unverdauliche Fasern die Zellmembranen anreißen. Dieser Prozess sei jedoch nicht schädlich, sondern fördere im Gegenteil die Verdauung, da die Darmzellen zu einer Schnellreparatur in der Lage seien, bei der Schleim freigesetzt wird. Dieser Schleim wiederum schütze das Verdauungssystem, so die Forscher.
Schleim absonderndes verletztes Darmepithel | Ballastfasern in der Nahrung verletzen Darmzellen – und schützen damit das Verdauungsorgan durch Schleim, der bei der Schnellreparatur freigesetzt wird.


Paul McNeil und seine Mitarbeiter sahen sich genauer an, was kleine Verletzungen bei einer Darmzelllinie oder bei Teilen eines Rattendarms bewirken. Sie beobachteten, dass durch die Membranrisse Kalzium-Ionen in die Zelle gelangen, wo sie die Verschmelzung von schleimhaltigen Membranbläschen nahe der Zelloberfläche mit der defekten Zellmembran auslösen. Einerseits wird die Zelle durch die Schleimvesikel-Membranen geflickt, andererseits wird der gespeicherte Schleim freigesetzt und verhindert die weitere Schädigung von Zellen.

Die Zellen der Darmschleimhaut haben nur eine relative kurze Lebensdauer von etwa einer Woche. Das könnte trotz eingebautem Reparaturmechanismus auf die ständigen kleinen Verletzungen zurückzuführen sein, so McNeil. Ballaststoffreiche Mahlzeiten sollten deshalb nicht nur die Zellerneuerung fördern, sondern durch ihre Schleim freisetzende Wirkung auch den Stuhlgang erleichtern.

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