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Geophysik: Beben im Vogtland halten an

Ein ungewöhnlich starkes Auftreten von leichten Erdbeben erschüttert zur Zeit das Vogtland im tschechisch-deutschen Grenzgebiet. Am 6. Oktober begann ein Erdbebenschwarm im Gebiet Vogtland/Böhmen, der immer noch mit unverminderter Stärke andauert, berichtet das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam. Die Beben werden auch in Bayern, Sachsen, und Thüringen gespürt.

Das Zentrum der Schwarmbeben befindet sich bei Novy Kostel, etwa acht Kilometer von der deutsch-tschechischen Grenze entfernt. Das bisher stärkste Ereignis dieses Schwarms fand am Freitag, den 10. Oktober um 10:08 Ortszeit statt. Das GEOFON-Messnetz des GFZ gibt dafür eine Magnitude von 4,5 an. Das ist seit dem Schwarm von 1985/86 das stärkste Beben in diesem Gebiet (1986: 4,6). Ungewöhnlich ist auch, dass der Schwarm mit relativ starken Beben begonnen hat. Insgesamt wurden seit Beginn der jetzigen Aktivität bereits über 10000 Beben registriert.

Schwarmbeben sind typisch für vulkanische Aktivität tief unter der Erde. Die Region im Dreiländereck Sachsen-Bayern-Böhmen gilt als eines der seismisch aktivsten Gebiete in Deutschland. Im Zeitraum einiger Tage bis mehrerer Wochen kann es hier bei Schwarmbeben zu Tausenden von schwachen Erdstößen kommen. Die Spannungen entladen sich nicht in einem großen Einzelbeben, sondern in vielen kleinen Minibeben. Es wird vermutet, dass die Erdbebenschwärme, die etwa alle acht Jahre auftreten, mit Fluidbewegungen in der Erdkruste oder sogar im Erdmantel zusammenhängen. Der Grund für diese Beben können aufsteigende Gase sein, die aus einem Magmenreservoir emporklettern, das in etwa 25 bis 35 Kilometer Tiefe unter dem Egerbecken vermutet wird.

Da weitere Bebentätigkeit erwartet wird, bricht die Deutsche Task Force Erdbeben mit Sitz am GFZ zu einem Geländeeinsatz auf, bei dem etwa zehn spezielle Seismometer zur Registrierung von stärkeren Beben aufgestellt werden sollen. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig, der Bergakademie Freiberg, der Universität Potsdam und der Bauhaus-Universität Weimar.

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