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Vulkanologie: Bebenursache am Mount St. Helens geklärt

Blick in den Krater des Mount St. HelensLaden...
Der Grund für die tausende kleinen Beben, die den Mount St. Helens seit seiner neuerlichen Aktivitätsphase im Herbst 2004 erschüttern, ist womöglich entschlüsselt: Sie bilden sich im Krater des Vulkans im Umfeld eines riesigen Steindoms, der durch verstärkte magmatische Aktivität nach oben gedrückt wird.

Magmadom im KraterLaden...
Magmadom im Krater | Zähflüssige Magma drückt diesen Gesteinsdom im Krater des Vulkans empor – dabei entstehen Tausende von kleinen Flachbeben.
Wie eine Gruppe von Geologen um Richard Iverson vom Cascades Volcano Observatory im US-amerikanischen Vancouver anhand von Messungen und anschließender Modellierung feststellten, handelt es sich um sehr flache Beben, die der Steindom während seines Aufstiegs auslöst und die an Trommelschläge erinnern. Das zähe, gasarme Magma im Berginnern drückt dabei das Gestein nach oben, was allerdings nicht ohne Haken und Ruckeln vonstatten geht – eine als Stick-Slip bezeichnete Bewegung. Da der Pfropfen im Schlot des Mount St. Helens teilweise mit einer Geschwindigkeit von drei bis sechs Metern pro Tag nach oben gedrückt wird, wiederholten sich auch die Minibeben alle 30 bis 300 Sekunden. Ihre ungefähre Entstehungstiefe verorteten die Wissenschaftler mit ihren Seismometern etwa einen Kilometer unterhalb des Doms.

Da tiefere Erdbeben fehlen, vermuten die Forscher keine tiefgreifenden Veränderungen im Magmatismus des Vulkans, die auf bevorstehende heftigere Eruptionen hindeuten könnten. Vielmehr befinde sich der Mount St. Helens in einem andauernden, annähernd stabilen Zustand, in dem abgekühltes und verfestigtes Magma in dem Maße nach oben gedrückt und dort erodiert wird, wie unten nachfließt. Der extreme Ausbruch im Mai 1980 – einer der stärksten jemals verzeichneten – sei dagegen auf einen 2,5 Kubikkilometer mächtigen Felssturz zurückzuführen: Dieser sorgte für einen plötzlichen Druckabfall für Magma mit einem enorm hohen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen, was zu einer heftigen Explosion führte. (dl)
24.11.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 24.11.2006

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