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News: Bedecke Deinen Himmel, Uranus

Ein neues Hubble-Bild vom Uranus enthüllt in prächtigen Farben neue Details der Dynamik, die Wolken und Ringe des Planeten entfalten. Das Teleskop fand in letzter Zeit etwa 20 Wolken auf dem Planeten - fast so viele, wie bisher insgesamt in der Geschichte der modernen Observationen entdeckt wurden.

Erich Karkoschka vom Lunar and Planetary Laboratory der University of Arizona entwickelte das Falschfarbenbild aus Beobachtungen, die er am 8. August 1998 mit NICMOS machte, dem Near Infrared Camera and Multi-Objekt Spectrometer, das sich auf dem Hubble Space Telescope (HST) der NASA befindet. Das Space Telescope Science Institute, die astronomische Forschungseinrichtung, die das HST als ein internationales Observatorium betreibt, gab das Bild kürzlich frei.

Die orangeroten Wolken in der Nähe des hervorstechenden, hellen Bandes umkreisen Uranus mit einer Geschwindigkeit von mehr als 500 Kilometern pro Stunde, so Heidi Hammel vom Massachusetts Institute of Technology. Eine der Wolken auf der rechten Seite des Bildes ist heller als alle, die je zuvor auf dem Planeten gesehen wurden.

Die Farben geben die unterschiedlichen Höhenlagen an. Grüne und blaue Regionen zeigen an, daß an diesen Stellen die Atmosphäre klar ist und das Sonnenlicht bis tief in den Planeten hineinscheint, erklärt Mark Marley von der New Mexico State University. Dagegen bedeuten Gelb und Grau, daß in diesen Gebieten Dunstschleier oder Wolkenbänke die Sonnenstrahlen reflektieren. Sehr hohe Wolken – ähnlich den Cirruswolken auf der Erde – sind durch orange und rote Farbtöne gekennzeichnet, erläutert Karkoschka.

Abgesehen von einem Foto aus dem Jahre 1997 ist das neue Hubble-Bild eines der ersten, das die Präzession des hellsten Ringes des Planeten zeigt. Diese läßt den schwächsten Teil des Ringes – auf dem Bild in der oberen rechten Ecke – alle neun Monate um Uranus herumwandern. Das Verblassen dieses Bereichs wird von Ring-Partikeln verursacht, die sich auf einer Seite ihres acht Stunden dauernden Umlaufs um den Planeten sammeln und gegenseitig verdecken.

Die blauen, grünen und roten Komponenten entsprechen den Belichtungen, die bei nah infraroten Wellenlängen von 0,9, 1,1 und 1,7 Mikrometern aufgenommen wurden. Somit reflektieren die Bereiche, die auf dem Bild blau erscheinen, bei 0,9 Mikrometern mehr Sonnenlicht als bei längeren Wellenlängen, erklärt Karkoschka. Die scheinbaren Farben auf dem Uranus werden durch die Absorption von Methan in der Atmosphäre des Planeten hervorgerufen – ein Effekt, vergleichbar mit der Absorption in der Erdatmosphäre, die weit entfernte Wolken rot erscheinen lassen kann, fügt der Wissenschaftler hinzu.

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