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Kleinplaneten im Februar 2026: Zwei Sternhaufen erhalten Besuch

Asteroiden gehören aufgrund ihrer winzigen Größe zu den unauffälligen Himmelsobjekten. Es sind mittlere oder größere Hobbyinstrumente erforderlich, um sie verfolgen zu können. Hier erfahren Sie, welche dieser Objekte im Februar Schauwerte bieten.
Illustration eines Brocken Mondgesteins, der als Asteroid 2024 PT5 heute die Sonne umkreist.
Im Sonnensystem befinden sich Tausende Kleinkörper. Hier sehen wir eine Illustration des Asteroiden 2024 PT5. Wie alle Kleinkörper erscheinen die kilometergroßen Objekte im Amateurteleskop nur als Lichtpünktchen.

Zu den hellen Kleinplaneten, also Objekten, die heller als 10. Größe sind, gehören im Februar drei Planetoiden und der Zwergplanet Ceres. Unter ihnen ist auch Iris, die am Monatsende in Opposition zur Sonne steht. Man kann sie bereits mit kleinen Fernrohren ab etwa sechs Zentimetern Öffnung beobachten. Bei den lichtschwächeren Kleinplaneten habe ich diesmal mit Cyane und Fuji zwei etwas schwierigere Objekte ausgewählt. Trotz vorteilhafter Oppositionen werden sie nur wenig heller als 13. Größe. Für eine erfolgreiche Beobachtung der beiden sollte die Öffnung des Teleskops mindestens 15, besser noch 20 Zentimeter betragen. Sie können aber bei einigen Begegnungen mit helleren Sternen etwas leichter aufgefunden werden. Auch ein heller Kugelsternhaufen und ein großer offener Sternhaufen erhalten Besuch von Kleinplaneten – letzterer vom Amor-Asteroiden Eros, der sich jetzt allerdings von uns verabschiedet. Weitere erdnahe Planetoiden sind zurzeit mit Amateurteleskopen nicht zu sehen. Alle Zeitangaben beziehen sich auf Mannheim.

Helle Kleinplaneten

Am 20. Februar wechselt der Zwergplanet (1) Ceres vom Sternbild Walfisch in die Fische. Er ist ein Objekt des Abendhimmels, denn sein Untergang erfolgt am Monatsanfang um 22:48 Uhr MEZ und am Ende des Monats um 21:54 Uhr. Seine Helligkeit verharrt im Februar bei 9,1 mag. Am 15. Februar lässt sich Ceres in der Nähe des Sterns HIP 6432 (6,2 mag) besonders leicht auffinden.

(7) Iris tritt am 2. Februar vom Löwen in das Sternbild Sextant über, wo sie am 27. Februar in Opposition zur Sonne kommt (siehe »Kleinplanet (7) Iris am Himmel«). In diesem Jahr steigt ihre Helligkeit auf 8,9 mag. In ungünstigen Fällen sind es gut 0,5 mag weniger. In Ausnahmefällen, wie zum Beispiel im Oktober 2017, ist sie heller als 7. Größe. Anfang Februar erreicht sie im Süden um 02:35 Uhr MEZ ihre größte Höhe, die Kulmination, und ist noch 9,3 mag hell. Ende Februar finden wir sie mit 8,9 mag um 00:24 Uhr in dieser Position.

Kleinplanet (7) Iris am Himmel | Iris, ein Asteroid im Hauptgürtel, beschreibt im Februar 2026 diesen Himmelspfad in den Sternbildern Löwe und Sextant.

In der zweiten Monatsdekade wird (20) Massalia im Sternbild Jungfrau wieder heller als 10. Größe. Sie steht zur Monatsmitte mit 9,9 mag um 03:13 Uhr MEZ und am Ende des Monats mit 9,6 mag um 02:16 Uhr am höchsten.

Am 19. Februar wechselt (44) Nysa rückläufig vom Sternbild Krebs in die Zwillinge. Im Monatsverlauf nimmt ihre Helligkeit merklich von 8,9 auf 9,7 mag ab. Im selben Zeitraum verlagert sich ihre Kulminationszeit von 23:52 Uhr MEZ auf 21:51 Uhr.

Lichtschwächere Kleinplaneten

Der am 18. Mai 1895 von dem französischen Astronomen Auguste Charlois in Nizza entdeckte und nach einer Nymphe aus Sizilien benannte Asteroid (403) Cyane steht am 6. Februar im Sternbild Wasserschlange (lateinisch: Hydra) in einer nahezu idealen Opposition zur Sonne. Zu diesem Zeitpunkt befindet er sich nämlich gerade auch im sonnennächsten Punkt (Perihel) seiner Bahn und hat gleichzeitig seine geringste Entfernung von der Erde. Dabei steigt seine Helligkeit auf 12,5 mag. In ungünstigen Fällen bleibt er rund 1,0 mag lichtschwächer. Die Bahn der gut 50 Kilometer großen Cyane ist nur wenig exzentrisch (= 0,098) und um 9,2 Grad gegen die Ekliptik geneigt. Eine Sonnenumrundung dauert 4,71 Jahre. Am Oppositionstag befindet sich der Kleinplanet gut sechs Bogenminuten südlich des Sterns HIP 44 551 (7,7 mag), und am 18. Februar zieht er nur drei Bogenminuten nordöstlich an HIP 43 675 (8,5 mag) vorbei. Bei diesen Gelegenheiten sollte Cyane trotz der geringen Helligkeit besser aufgefunden werden können.

Am 7. Februar 1927 entdeckte der japanische Astronom Okuro Oikawa in Tokio einen Asteroiden, der nach dem höchsten japanischen Berg (1584) Fuji genannt wurde. Er umrundet die Sonne auf einer mit = 0,196 recht exzentrischen und = 26,6 Grad ziemlich stark gegen die Ekliptik geneigten Bahn einmal in 3,66 Jahren. Daher wiederholen sich ähnliche Oppositionen alle elf Jahre. In diesem Jahr wird Fuji bei seiner Opposition am 10. Februar ebenfalls im Sternbild Wasserschlange 12,8 mag hell, immerhin der beste Wert bis zum Jahr 2100. Etwa 0,1 mag heller war er nur in den Jahren 2004 und 2015. Die beste Opposition der letzten 100 Jahre ereignete sich im Jahr 1938, also elf Jahre nach seiner Entdeckung. Damals leuchtete er sogar mit 12,2 mag. Bei ungünstigen Oppositionen bringt er es lediglich auf knapp 15. Größe. Der nur rund 20 Kilometer große Himmelskörper zieht am 13. Februar in 7,5 Bogenminuten Abstand an dem sehr schwierigen Doppelstern HIP 46 404 (5,5 mag) vorbei. Er kann, ebenso wie zwei weitere in der Tabelle aufgelistete Sterne, beim Aufsuchen behilflich sein. Wir freuen uns auf die Zusendung Ihrer Leserbilder von erfolgreichen Beobachtungen auf spektrum.de/astronomie.

Interessante Begegnungen

Besonders enge Begegnungen zwischen Kleinplaneten und anderen Himmelsobjekten gibt es in diesem Monat zwar nicht, dafür aber zwei erwähnenswerte mit Deep-Sky-Objekten. Am 22. Februar zieht die 11,3 mag helle (29) Amphitrite über den großen Kugelsternhaufen Messier 4 (M 4) hinweg. Er ist mit einer Entfernung von rund 6000 Lichtjahren das nächstgelegene Objekt seiner Art. Da die hellsten Sterne in M 4 eine ähnliche Helligkeit wie Amphitrite aufweisen, dürfte das Ereignis aber nicht leicht zu beobachten sein. Am Monatsletzten zieht (433) Eros (11,4 mag) knapp südwestlich an dem großen offenen Sternhaufen NGC 1647 vorbei, vielleicht noch einmal ein Anreiz für ein interessantes Astrofoto. Eros kann auch am 11. Februar in weniger als fünf Bogenminuten Abstand vom Stern HIP 17 000 (6,7 mag) noch einmal leicht aufgespürt werden.

Enge Begegnungen zwischen Kleinplaneten und anderen Himmelsobjekten | Die Tabelle gibt die Zeiten, Himmelsorte und weitere Daten von Begegnungen der Kleinplaneten mit anderen Objekten wieder.

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