Kleinplaneten im März 2026: Asteroid Eros auf dem Rückzug

Neben dem Zwergplaneten Ceres, der sich jetzt aber für einige Monate von uns verabschiedet, sind weitere vier Kleinkörper im Sonnensystem heller als 10,0 mag und werden von uns als helle Kleinplaneten bezeichnet. Zu ihrer Beobachtung ist ein kleines Fernrohr ab sechs Zentimetern Öffnung völlig ausreichend. Viele der in der Tabelle der engen Begegnungen angegebenen Planetoiden sind schwächer als 11. Größe – leider ist kein heller dabei. Selbst wenn sie in der Nähe hellerer Sterne stehen und so etwas leichter aufzufinden sind, erfordern sie ein Teleskop. Hier sollte der Objektivdurchmesser (Öffnung) schon einen Durchmesser von 10, besser noch 15 Zentimetern aufweisen. Zwei Spiralgalaxien, ein Sternhaufen und eine weitere Sternansammlung erhalten Besuch von Kleinplaneten. An vier Ereignissen ist der Amor-Asteroid Eros beteiligt, dessen Beobachtungsperiode jetzt endgültig zu Ende geht. Mit Anteros wird uns erst im Mai wieder ein erdnaher Kleinplanet besuchen. Alle Zeitangaben beziehen sich auf Mannheim.
Helle Kleinplaneten
Am 21. März wandert der Zwergplanet (1) Ceres vom Sternbild Fische in den Walfisch. Bereits zur Monatsmitte wird es aber schon schwierig, den 9,1 mag hellen Himmelskörper überhaupt aufzuspüren. Er geht dann bereits um 21:27 Uhr MEZ unter, am Monatsbeginn noch um 21:52 Uhr.
(7) Iris hat ihre Opposition zur Sonne gerade hinter sich. Im März nimmt ihre Helligkeit deutlich von 8,9 auf 9,7 mag ab. Im Monatsverlauf verlagert sich der Zeitpunkt ihrer größten Höhe im Süden – Kulmination genannt – von 00:19 Uhr MEZ auf 22:55 Uhr MESZ.
Zur Monatsmitte wird (15) Eunomia wieder heller als 10. Größe. Sie wechselt bereits am 16. März vom Sternbild Rabe in den Becher, wo sie am 25. März der Sonne gegenübersteht. Sie ist dann, wie auch am Monatsende, 9,9 mag hell. Die diesjährige Opposition zählt zu den ungünstigsten, denn Eunomia kann, wie zum Beispiel im Oktober 2015 und 2028, die 8. Größe erreichen. Mitte März steht sie um 00:55 Uhr MEZ im Süden, und am Ende des Monats erreicht sie diese Position um 00:38 Uhr MESZ.
Im Sternbild Jungfrau befindet sich (20) Massalia am 21. März in einer recht günstigen Opposition zur Sonne und leuchtet dann mit 9,0 mag (siehe »Asteroid (20) Massalia erreicht Opposition«). Es geht aber noch gut 0,5 mag heller, wie im Jahr 2017. Allerdings zählt sie bisweilen nur knapp zu den hellen Kleinplaneten. Anfang März kulminiert sie mit 9,6 mag um 02:11 Uhr MEZ. Am Ende des Monats finden wir Massalia mit 9,4 mag um 00:47 Uhr MESZ in höchster Position.
(44) Nysa im Sternbild Zwillinge ist noch eine Woche lang heller als 10. Größe und überschreitet den Meridian am Monatsanfang mit 9,8 mag um 21:46 Uhr MEZ.
Lichtschwächere Kleinplaneten
Der französische Astronom Alphonse Louis Nicolas Borrelly entdeckte am 10. April 1872 in Marseille einen Kleinplaneten, der den Namen (120) Lachesis erhielt. Dabei handelt es sich um eine Schicksalsgöttin in der griechischen Mythologie. Am 14. März steht Lachesis im Sternbild Löwe der Sonne gegenüber und wird 11,8 mag hell. Wegen der geringen Bahnexzentrizität (e = 0,049) schwanken ihre Oppositionshelligkeiten auch nur zwischen 11,7 und 12,4 mag. Die Bahn des 155 Kilometer großen Himmelskörpers ist um 6,94 Grad gegen die Ekliptik geneigt und wird in 5,51 Jahren durchlaufen. Am 1. März kann Lachesis nur 2,5 Bogenminuten nördlich des Sterns HIP 57 306 (7,3 mag) gut aufgefunden werden. Eine präzisere Angabe als »nördlich« ist der in der Tabelle der engen Begegnungen angegebene Positionswinkel (P.W.). Er gibt den Winkel der beiden Himmelskörper zueinander in Bezug auf den Himmelsnordpol an. Gezählt wird er von Nord (0 Grad) über Ost (90 Grad), Süd (180 Grad) nach West (270 Grad).
Der nach einer Figur aus der nordischen Mythologie benannte Kleinplanet (122) Gerda wurde am 31. Juli 1872 von dem deutsch-US-amerikanischen Astronomen Christian Heinrich Friedrich Peters in Clinton, New York, entdeckt. Am 25. März steht er im Sternbild Jungfrau in Opposition zur Sonne und leuchtet dann mit 11,9 mag. Seine Bahn um die Sonne ist fast kreisrund (e = 0,023), sodass auch seine Oppositionshelligkeiten nur geringfügig zwischen 11,7 und 12,2 mag schwanken. Für einen Sonnenumlauf auf der lediglich um 1,64 Grad gegen die Ekliptik geneigten Bahn benötigt die rund 70 Kilometer große Gerda 5,79 Jahre. Sie bewegt sich damit am äußeren Rand des Asteroiden-Hauptgürtels in der sogenannten Hecuba-Lücke (siehe SuW, 2/2019, S. 59). Zwei Tage nach der Opposition ist sie besonders gut aufzufinden. Dann befindet sie sich nur weniger als eine halbe Bogenminute nördlich vom Stern HIP 59 732 (7,5 mag).
Interessante Begegnungen
Bei drei Begegnungen mit helleren Sternen kann Eros in diesem Monat noch einmal etwas leichter identifiziert werden. Außerdem zieht er am 7. März einen halben Monddurchmesser nördlich an dem offenen Sternhaufen NGC 1817 vorbei. Weniger als ein halbes Grad südwestlich davon befindet sich NGC 1807 (7,0 mag), bei dem noch nicht klar ist, ob es sich ebenfalls um einen offenen Sternhaufen oder nur um eine zufällige Anordnung von Sternen (Asterismus) handelt. Auf jeden Fall ist das ein Foto wert. Auch zwei Spiralgalaxien erhalten im März Besuch von Kleinplaneten. Am 14. März steht die relativ lichtschwache (416) Vaticana (11,8 mag) 4,5 Bogenminuten westlich von NGC 3414 (10,8 mag) und nur einen Tag später lediglich drei Bogenminuten nördlich von 44 Leonis Minoris (44 LMi, 6,0 mag). Ebenfalls am 15. März ist die noch recht leuchtschwache (3) Juno (11,2 mag) 6,5 Bogenminuten nordöstlich der gleich hellen Galaxie NGC 6814 zu finden. Mit einem gegenseitigen Abstand von gerade einmal 1,5 Bogenminuten ist die Begegnung von (29) Amphitrite (10,9 mag) und dem Stern HIP 81 992 (6,0 mag) am 22. März ziemlich eng. Am engsten stehen jedoch Gerda und der Stern HIP 59 732 (7,5 mag) am 27. März beieinander. Die beiden Objekte trennen weniger als eine halbe Bogenminute.
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