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Beobachtungstipps: Die Gasriesen bringen sich in Stellung

Merkur lässt sich im Juli kurz am Morgenhimmel blicken. Für Planetenfans bedeutsamer sind Jupiter und Saturn, die sich nun in optimale Stellungen bringen.
Falschfarbenkomposit der Saturn-Atmosphäre. In grün die Aurora.Laden...

Merkur steht am 4. Juli in größter westlicher Elongation. Es ergibt sich eine Morgensichtbarkeit, die allerdings durch das Fehlen jeglicher anderer Planeten als Aufsuchhilfe erschwert ist. Nur am 8. Juli befindet die schmale Mondsichel etwa 2,6 Grad nördlich von Merkur und bietet Orientierung. Ansonsten sucht man den flinken Planeten am besten zwischen dem 4. und 15. Juli bei Beginn der bürgerlichen Dämmerung auf, also gegen 04:40 Uhr MESZ. Er steht dann knapp fünf Grad über dem Ostnordosthorizont. Da Merkur im Verlauf des Monats immer mehr von seiner beleuchteten Seite Richtung Erde wendet, nimmt seine scheinbare Helligkeit von 0,9 auf – 2,1 mag zu.

Merkur nahe am MorgenhorizontLaden...
Flink, aber nahe am Morgenhorizont | In den ersten beiden Juliwochen bestehen noch gute Chancen, um einen Blick auf Merkur zu werfen. Hier sehen wir seine horizontnahen Positionen zu den angegebenen Tagen etwa ein Stunde vor Sonnenaufgang.

Venus durchschreitet die Sternbilder Krebs und Löwe und ist im Juli tief am Abendhimmel zu finden. Sie geht am 1. Juli um 23:03 Uhr MESZ unter; am Monatsletzten geschieht das schon um 22:20 Uhr, also vor Dämmerungsende. Am Abend des 13. Juli begegnet die –3,9 mag helle Venus dem mit 1,8 mag in der Dämmerung kaum auszumachenden Mars; sie steht dabei nur 30 Bogenminuten nördlich. Tags zuvor steht 4,6 Grad nordöstlich von beiden der zunehmende Mond.

Mars verblasst in der Abenddämmerung: Am 1. Juli geht der Planet um 23:17 Uhr MESZ unter, am 31. bereits um 21:59 Uhr. Mit seiner scheinbaren Helligkeit von 1,8 mag ist er in der Dämmerung kaum noch zu erkennen. Zu einer engen Begegnung mit der Venus kommt es am Abend des 12. Juli.

Jupiter im Sternbild Wassermann entwickelt sich in diesem Monat vom Planeten der zweiten Nachthälfte zum Objekt der ganzen Nacht. Seine scheinbare Helligkeit erreicht in der zweiten Monatshälfte –2,8 mag. Der Riesenplanet geht am Monatsersten um 23:50 Uhr MESZ auf. Am 31. Juli erscheint er bereits um 21:49 Uhr und damit zwei Stunden früher auf der Himmelsbühne – und ist damit fast die gesamte Nacht zu sehen. Er kulminiert zum Monatsende gegen 02:50 Uhr bei respektabler Horizonthöhe von 27 Grad. Bis Ende Juli erreicht Jupiter einen scheinbaren Äquatordurchmesser von gut 48 Bogensekunden. So ist er ein überaus lohnendes Ziel für Teleskopbeobachter: Auf seiner Wolkenoberseite lassen sich Streifensysteme oder auch der Große Rote Fleck erkennen. Auch die sich stetig verändernden Positionen seiner vier großen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto sowie deren gelegentliche Licht- und Schattenspiele liefern reichlich Stoff für visuelle Beobachtungen und Planetenfotografie. So sind am Abend des 29. Juli ab 23:09 Uhr für etwas mehr als eine Stunde zwei Monde (Io und Kallisto) sowie der Schatten von Io auf der Jupiterscheibe zu sehen. Der abnehmende Mond passiert Jupiter am 25. Juli etwa 5,5 Grad südlich (siehe »Vollmond trifft Gasplaneten«).

Saturn finden wir, rund 0,3 mag hell, im Sternbild Steinbock. Er bewegt sich wie Jupiter derzeit rückläufig, also westwärts, und nähert sich seiner Opposition, die er Anfang August erreichen wird. Der Ringplanet ist dementsprechend fast die gesamte Nacht beobachtbar: Seine Aufgangszeiten verfrühen sich im Monatslauf von 23:05 Uhr MESZ am 1. Juli auf 21:03 Uhr am 31. Juli. Damit geht Saturn zum Monatsende bereits in der hellen Abenddämmerung auf. Die Kulmination des Planeten findet entsprechend um 03:38 Uhr am Monatsersten beziehungsweise um 01:32 Uhr am Monatsletzten statt. Im Teleskop erscheint Saturn als 18,6 Bogensekunden großes Scheibchen. Zusammen mit seinen Ringen misst der sehenswerte Gasriese stattliche 43,3 Bogensekunden. Der fast volle Mond passiert Saturn vom 24. auf den 25. Juli südlich (siehe »Vollmond trifft Gasplaneten«).

Vollmond trifft GasplanetenLaden...
Vollmond trifft Gasplaneten | Zum Monatsende finden wir die Gasriesen Jupiter und Saturn in den späten Abendstunden am Südosthorizont in den Sternbildern Wassermann und Steinbock in der Nähe des Mondes.

Uranus bewegt sich rechtläufig (ostwärts) durch das Sternbild Widder. Der 5,8 mag helle Planet geht am Monatsersten um 02:07 Uhr MESZ, am 31. Juli um 00:07 Uhr auf. Er befindet sich in einer Gegend mit wenig hellen Sternen, etwa 5,5 Grad nördlich des 4,3 mag hellen Sterns My Ceti (m Cet) im benachbarten Sternbild Walfisch. Im Teleskop hat Uranus eine scheinbare Größe von 3,5 Bogensekunden.

Neptun befindet sich im östlichen Teil des Sternbilds Wassermann. Er bewegt sich rückläufig, also westwärts. Der 7,8 mag helle Gasplanet geht am 1. Juli um 00:30 Uhr MESZ auf. Bis zum Monatsletzten verfrüht sich diese Aufgangszeit auf 22:32 Uhr. Die Kulmination erreicht Neptun dann um 04:20 Uhr. Im Teleskop erscheint der Planet als 2,3 Bogensekunden großes, blassblaues Scheibchen.

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