Direkt zum Inhalt

Beobachtungstipps: Gasriese Uranus trumpft auf

Die hellen Planeten konzentrieren sich auf den Abendhimmel: Venus, Jupiter und Saturn lassen sich bequem vor Mitternacht beobachten. Merkur zeigt sich noch kurz am Morgen, Uranus steht in Opposition.
Der Planet Uranus liegt auf der Seite.

Merkur setzt bis zur Monatsmitte seine Morgensichtbarkeit fort. Man findet ihn am 1. November um 06:36 Uhr MEZ, also zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung 9,5 Grad über dem Ostsüdosthorizont. Seine größte westliche Elongation war am 25. Oktober; der flinke Planet nähert sich also aus unserer Sicht nun rapide wieder der Sonne an. Bis zum 10. November sinkt Merkurs Horizonthöhe bei Dämmerungsbeginn (dann um 06:50 Uhr) auf nur noch 4,5 Grad. Die scheinbare Helligkeit des Planeten liegt in diesem Zeitraum nahezu konstant bei –0,9 mag. Am Morgen des 10. November steht Merkur ein Grad nordöstlich von Mars, der sich zaghaft wieder am Morgenhimmel zeigt. Eine Aufsuchhilfe für Merkur ist Mars mit seinen 1,5 mag aber nicht – eher ist es umgekehrt. Die schmale Mondsichel befindet sich am 3. November 6,5 Grad nordwestlich von Merkur. Am 29. November nimmt Merkur die Stellung in oberer Konjunktion ein.

Venus stand am 29. Oktober in größter östlicher Elongation. Wir finden sie im November weiterhin am Abendhimmel. Sie wandert tief über dem abendlichen Südwesthorizont durch das Sternbild Schütze. Bei Ende der bürgerlichen Dämmerung, wenn die Sonne sechs Grad unter den Horizont gesunken ist – um 17:30 Uhr MEZ am Monatsersten und um 16:59 Uhr am 30. November – steht Venus zwischen acht beziehungsweise zwölf Grad über dem Südsüdwesthorizont. Hell genug ist sie, um sie auch tief am noch nicht ganz dunklen Himmel zu sehen: Ihre scheinbare Helligkeit nimmt im November von –4,4 auf –4,7 mag zu. Da sich die Venus auf ihrer Bahn der Erde nähert, wächst ihr Winkeldurchmesser bis zum 30. November von 25 auf 39 Bogensekunden; der Beleuchtungsgrad schrumpft im gleichen Zeitraum von 48 auf 29 Prozent. Der zunehmende Mond passiert die Venus vom 7. auf den 8. November (siehe »Mond, Venus und Gasgiganten«).

Mars betritt wieder, allerdings noch zaghaft die Himmelsbühne: Steht er am Monatsanfang noch unbeobachtbar im Glanz der Morgendämmerung, kann man ihn mit viel Mühe am 30. November bei Beginn der nautischen Dämmerung (Sonnenstand –11 Grad, um 06:44 Uhr MEZ) knapp drei, bei Beginn der bürgerlichen Dämmerung um 07:18 Uhr immerhin sieben Grad hoch über dem Südosthorizont mit dem Fernglas aufspüren. Er befindet sich dann im Sternbild Waage. Für eine eingehende Beobachtung des zum Monatsende 1,6 mag hellen Roten Planeten ist es aber noch zu früh.

Jupiter ist nach der Venus der zweithellste Abendplanet: Seine Helligkeit beträgt zum Monatsende noch –2,3 mag. Man findet ihn ab der Abenddämmerung im Süden/Südwesten. Seine Untergangszeiten verfrühen sich vom 1. auf den 30. November von 00:09 Uhr auf 22:27 Uhr. Die Beobachtung der etwa 40 Bogensekunden großen Jupiterscheibe lohnt sich auch im November noch. Der zunehmende Mond passiert Jupiter am Abend des 11. November 4,5 Grad südlich (siehe »Mond, Venus und Gasgiganten«).

Mond, Venus und Gasgiganten: | Nach wie vor sind Jupiter und Saturn gut auszumachen. Von Anfang bis Mitte November gesellen sich Mond und Venus zu ihnen.

Saturn steht abends etwa 15 Grad südwestlich von Jupiter. Der Ringplanet ist etwa 0,7 mag hell und erscheint im Teleskop inklusive Ringsystem rund 38 Bogensekunden groß. Wie Jupiter ist auch Saturn im November für eine Abendbeobachtung gut positioniert. Doch damit sollte man früh, am besten noch in der Dämmerung beginnen, denn der Planet sinkt rasch Richtung Horizont: Am 1. November geht Saturn um 22:39 Uhr MEZ, am Monatsletzten bereits um 20:55 Uhr unter. Der Mond begegnet Saturn am Abend des 10. November; er passiert ihn südlich in knapp fünf Grad Abstand.

Uranus erreicht am 5. November die Opposition und ist über die gesamte Nacht zu sehen. Mit seiner scheinbaren Helligkeit von 5,7 mag kann man ihn – ohne Mond und fernab der Städte – schon mit freiem Auge als schwaches Sternchen etwa 11 Grad südöstlich des 2,0 mag hellen Sterns Alpha Arietis (α Ari) erkennen. Seine Identifikation ist nicht einfach, da sich in dieser Himmelsregion etliche etwa gleich helle Sterne aufhalten. Besser ist das Teleskop: Bei schwacher Vergrößerung fällt Uranus' blassgrüne Farbe auf; ab etwa 150-fach erkennt man die 3,8 Bogensekunden große Planetenscheibe. Ruhige Luft, ein Teleskop mit mindestens 25 Zentimeter Öffnung und etwa 300-fache Vergrößerung sind erforderlich, um die hellsten Monde des Uranussystems zu sehen: Titania und Oberon fallen im November mit Helligkeiten von 13,9 beziehungsweise 14,1 mag besonders auf. Sie stehen 30 bis 40 Bogensekunden von Uranus entfernt. Ariel (14,3 mag) und Umbriel (14,9 mag) lauern nur maximal 16 Bogensekunden neben dem hellen Uranus und sind selbst mit größeren Teleskopen eine Herausforderung (siehe SuW 8/2021, S. 72).

Neptun wandert rückläufig (westwärts) durch den Wassermann und ist Objekt der ersten Nachthälfte. Das an hellen Sternen arme Himmelsareal erschwert die Aufsuche des 7,7 mag hellen Planeten. Er steht etwa drei Grad nordöstlich des nicht gerade auffälligen Sterns Phi Aquarii (φ Aqr, 4,2 mag). Neptun geht am Monatsersten um 02:45 Uhr MEZ unter, am 30. November um 00:50 Uhr. Zum Monatsende ist er noch gut fünf Stunden bei ausreichender Höhe beobachtbar.

© typeshift.io / Spektrum der Wissenschaft

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte