Kometen im April 2026: Komet 10P/Tempel im Band der Milchstraße

Das Sternbild Schild (lateinisch: Scutum) in der Nähe des Himmelsäquators ist recht unscheinbar. Auffallend ist dort aber eine helle Ansammlung von Sternen im Band der Milchstraße, die sogenannte Schildwolke. Deren südlichen Teil streift im April der Komet 10P/Tempel – ein schönes Fotomotiv.
Nicht- und langperiodische Kometen
Der Komet C/2025 R3 (PANSTARRS) erreicht Anfang des Monats eine Helligkeit von rund 7,0 mag. Sie nimmt im Verlauf des April weiter zu, während sich der Komet der Sonne nähert. Er ist allerdings nur in der ersten Monatshälfte beobachtbar, wenn er durch das Pegasusviereck zieht. Dieses steht ausreichend hoch am Morgenhimmel, um den Kometen gut beobachten zu können.
Der etwas lichtschwächere C/2024 E1 (Wierzchoś) steht am Monatsanfang etwa vier Grad südlich von Aldebaran und dem offenen Sternhaufen der Hyaden im Sternbild Stier. Im Verlauf des April bewegt er sich nach Osten in Richtung des Sternbilds Zwillinge und durchquert dabei das Band der Milchstraße. Seine ohnehin bereits geringe Helligkeit von 11,0 mag sinkt zum Ende des Monats auf einen Wert von lediglich 12,0 mag.
Das Beobachtungsgebiet ist allerdings reich an galaktischen Objekten. Besonders hervorzuheben ist dabei die Annäherung des Kometen an die beiden Sternengruppen NGC 1807 (7,0 mag) und NGC 1817 (7,5 mag) am 13. beziehungsweise 14. April nahe der Grenze zum Sternbild Orion. Während es sich bei Letzterem um einen gravitativ gebundenen offenen Sternhaufen handelt, stellt NGC 1807 lediglich eine zufällige Anordnung von Sternen in unserer Sichtebene dar, einen sogenannten Asterismus.
Am 26. April zieht C/2024 E1 durch das Gebiet zwischen dem etwa 3,0 mag hellen Stern Zeta Tauri (ζ Tau) und dem mit nur 8,5 mag wesentlich lichtschwächeren Krebsnebel (Messier 1). Interessierte sollten dieses Schauspiel nicht verpassen!
Kurzperiodische Kometen
In diesem Monat wandert der Komet 10P/Tempel durch mehrere Sternbilder: Ausgehend vom Sternbild Schlange bewegt er sich durch das Schild bis in den Adler. Die Region steht ausreichend hoch am Morgenhimmel, und seine Helligkeit steigt im Lauf des Monats von 12,5 auf 11,5 mag an. Ab der Monatsmitte befindet er sich im südlichen Teil der Schildwolke, wo er am 17. April dem offenen Sternhaufen Messier 26 (8,0 mag) nahe kommt. Wenige Tage später, am 21. April, passiert er zudem den Kugelsternhaufen NGC 6712 (8,0 mag).
24P/Schaumasse bewegt sich im Sternbild Jungfrau nach Westen. Dabei sinkt seine Helligkeit im Lauf des April auf etwa 13,0 mag, womit der Komet für die meisten visuellen Beobachter außer Reichweite gerät. Die Region kulminiert gegen Mitternacht, sodass sich der Komet dennoch in einer optimalen Beobachtungsposition befindet.
Zu guter Letzt zieht 235P/LINEAR im südlichen Teil des Sternbilds Schlangenträger ein kleines Stück nach Norden. Er muss am Morgenhimmel aufgesucht werden. Seine Helligkeit beträgt nur 13,0 mag und nimmt weiter langsam ab. Damit endet auch für diesen Kometen die Beobachtungssaison für die meisten Beobachter.
Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.