Direkt zum Inhalt

Kometen im Januar 2026: Zwei Schweifsterne nahe Uranus

Kometen sind kosmische Objekte, die sehr auffällig werden können, wenn Koma und Schweif sichtbar werden. Dies geschieht, wenn sie sich der Sonne annähern, festes Kometenmaterial direkt in die Gasphase übergeht und vom Sonnenwind weggeblasen wird. In diesem Monat haben einige ihren Auftritt am Himmel.
Ein astronomisches Bild zeigt einen Sternenhimmel mit zahlreichen leuchtenden Sternen unterschiedlicher Helligkeit. In der Mitte des Bildes ist ein Komet mit einem deutlich sichtbaren Schweif zu erkennen. Oben rechts befindet sich eine Galaxie mit spiralförmigen Strukturen. Der Hintergrund ist dunkel, was die Helligkeit der Sterne und des Kometen betont. Das Bild vermittelt die Weite und Schönheit des Universums.
Im Juli 2025 entstand diese Aufnahme des Kometen 240P/NEAT, der unweit der Galaxie NGC 1253 (rechts oben) stand. Im Januar 2026 bevorzugt der Schweifstern die Gesellschaft des Planeten Uranus.

Im Januar begegnen sich zwei schwächer ausgeprägte Kometen, C/2022 N2 (PANSTARRS) und 240P/NEAT, im Grenzgebiet der Sternbilder Widder und Stier. Auch der Planet Uranus zieht seine Bahn in dieser Himmelsregion, die optimal am Abendhimmel steht. Wer sein Teleskop dorthin richtet, den erwarten drei Zielobjekte unmittelbar nebeneinander.

Nicht- und langperiodische Kometen

Der Komet C/2022 N2 (PANSTARRS) zieht einen kleinen Bahnbogen im Widder. Seine Helligkeit beträgt am Monatsanfang 13 mag, fällt aber danach ab. Damit endet die Sichtbarkeitsperiode für diesen Kometen. Im Januar befinden sich der Komet 240P/NEAT und Uranus in der Nähe.

3I/ATLAS entschwindet | Bereits Ende September gelang es Michael Jäger und Gerald Rhemann, den interstellaren Kometen 3I/ATLAS aufzunehmen. Seinerzeit war dieser im deutschen Sprachraum noch nicht sichtbar, deshalb stammt die Aufnahme aus Namibia. Im Januar 2026 endet die Beobachtungsperiode für die meisten von uns.

Der interstellare Komet 3I/ATLAS ist Anfang des Monats noch für visuelle Beobachter zu erreichen. Er steht anfangs sechs Grad westlich vom Stern Regulus im Löwen und bewegt sich dann quer durch das Sternbild Krebs. Diese Region steht hoch am Morgenhimmel. Die Helligkeit sinkt im Januar rasch von 13 auf 15 mag. Wer diesen interstellaren Besucher noch nicht gesehen hat: Anfang Januar ist die letzte Gelegenheit dazu (siehe »3I/ATLAS entschwindet«).

Kurzperiodische Kometen

24P/Schaumasse bewegt sich zunächst im Grenzgebiet der Sternbilder Jungfrau und Haar der Berenike nach Osten in den südlichen Bärenhüter (lateinisch: Bootes). Die Helligkeit erreicht das Maximum von 9 mag, und er ist weiterhin ein Objekt, das Fernglasbeobachter anpeilen können. Am 3. Januar steht die 11-mag-Galaxie NGC 4866 nahe, am 29. Januar NGC 5669 mit 11,5 mag.

210P/Christensen bewegt sich oberhalb des Sterns Beta Librae (β Lib, 2,6 mag) im Sternbild Waage nach Osten. Anfangs beträgt die Helligkeit noch 13 mag. Die Region befindet sich in ausreichender Höhe über dem Horizont am Morgenhimmel. Am Monatsende ist der Komet 1 mag schwächer, sodass die Beobachtungsperiode für ihn endet.

240P/NEAT zieht im Grenzgebiet von Widder und Stier nach Norden. Er ist einige Grad südlich von C/2022 N2 zu finden. Zudem steht Uranus östlich von ihm. Diese Region kulminiert am Abendhimmel, sodass sich beide Kometen in einer exzellenten Beobachtungsposition befinden (siehe »Planet besucht Kometen«). Anfangs noch 12,5 mag hell, sinkt die Helligkeit von 240P im Januar leicht.

Planet besucht Kometen | Die Schweifsterne C/2022 N2 (PANSTARRS) und 240P/NEAT bekommen vom Planeten Uranus Gesellschaft am Himmel.

WEITERLESEN MIT »SPEKTRUM +«

Im Abo erhalten Sie exklusiven Zugang zu allen Premiumartikeln von »spektrum.de« sowie »Spektrum - Die Woche« als PDF- und App-Ausgabe. Testen Sie 30 Tage uneingeschränkten Zugang zu »Spektrum+« gratis:

Jetzt testen

(Sie müssen Javascript erlauben, um nach der Anmeldung auf diesen Artikel zugreifen zu können)

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.