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Kometen im Juli 2026: Komet 169P/NEAT zieht alle Blicke auf sich

Im Juli sind gleich mehrere Kometen sichtbar, doch vor allem 169P/NEAT sticht hervor: Er wird rasch heller und entwickelt sich zum spannendsten Objekt am sommerlichen Nachthimmel.
Ein astronomisches Bild zeigt einen sternenübersäten Nachthimmel. Mehrere helle Sterne sind sichtbar, einige mit deutlichen Lichtstrahlen. In der unteren Bildmitte ist ein Komet mit einem leuchtenden Schweif zu sehen. Rechts oben befindet sich eine Spiralgalaxie mit klar erkennbaren Armen. Der Hintergrund ist dunkel, was die Helligkeit der Sterne und des Kometen betont.
Wie 169P/NEAT wurde auch der hier gezeigte Komet 240P/NEAT im Rahmen des Programms Near-Earth Asteroid Tracking (NEAT) Programms entdeckt. In der Aufnahme vom 31. Juli 2025 zieht der Komet nahe der Spiralgalaxie NGC 1253 im Sternbild Eridanus vorbei.

Der Komet NEAT ist ein durchaus interessanter Kleinkörper: Wahrscheinlich entstand er vor rund 5000 Jahren durch die Aufspaltung eines größeren Mutterkörpers. Dieser Zerfall setzte sehr viel kleineres Material frei, das sich über die Jahre längs der Bahn des zerbrochenen Vorgängers verteilte und zur Ausbildung eines schwachen Meteorstroms auf der Erde führte, den Alpha-Capricorniden. Auch dieser ist im Juli zu beobachten, sodass ein Teil des Ursprungskörpers und sein Sternschnuppenstrom gleichzeitig sichtbar werden. Der Komet bleibt interessant, da er der Erde Mitte August sehr nahe kommt.

Nicht- und langperiodische Kometen

C/2024 J3 (ATLAS) ist weiterhin sichtbar, aber ein recht schwacher Komet. Ein Ausgleich für die sehr geringe Magnitude von nur 13 mag ist seine günstige Beobachtungsposition: Er zieht durch das Sternbild Schwan und steht gegen Mitternacht fast im Zenit. Am 11. Juli begegnet er dem offenen Sternhaufen NGC 6819 (7,5 mag).

Blick zurück | Im Jahr 2005 erlebten wir eine ähnlich günstige Erscheinung des Kometen 169P/NEAT wie sie in diesem Sommer zu erwarten ist. Michael Jäger und Gerald Rhemann fotografierten den seinerzeit 13 mag hellen Schweifstern (Mitte); Umgebungssterne erscheinen punktiert. Auch das diesjährige Perihel am 21. September verspricht gute Beobachtungsbedingungen.

Kurzperiodische Kometen

10P/Tempel bewegt sich vom Sternbild Wassermann in den Steinbock und steht damit nicht allzu hoch am Himmel. Seine Helligkeit beträgt etwa 11 mag, gut erreichbar für mittelgroße Teleskope. Am 14. Juli zieht er dicht am Stern Tau Capricorni (τ Cap) vorbei, und rund eine Woche später, am 22. Juli, passiert er Epsilon Capricorni (ε Cap); beide sind mit 4,5 mag gut auszumachen. Das Beobachtungsfenster von 10P/Tempel endet in diesem Monat für den deutschen Sprachraum – im August erreicht der Komet keine ausreichende Höhe über dem Horizont für eine sinnvolle Beobachtung.

88P/Howell zieht seine Bahn oberhalb vom Kopf des Sternbilds Walfisch und findet sich damit am Morgenhimmel. Seine Helligkeit sinkt bis zum Monatsende auf 13 mag. Gleich am 1. Juli kommt der Komet den Spiralgalaxien IC 202, IC 1778 und IC 198 nahe – alle drei mit Helligkeiten von rund 14 mag. Am 20. Juli kommt es zur Begegnung mit der etwas helleren interagierenden Galaxie NGC 1024, und zum Monatswechsel zieht er in einem Abstand von wenigen Bogenminuten an NGC 1134 vorbei; beide sind 12,5 mag hell.

Die Helligkeit von 169P/NEAT steigt im Juli aufgrund seiner Bahngeometrie steil an: von anfänglich 15 mag auf 12 mag – er wird im August das Helligkeitsmaximum von 10,5 mag erreichen. Der Komet durchläuft im Juli einen beachtlichen Bahnabschnitt vom Sternbild Adler in den Herkules. Um den 9. Juli herum passiert er dabei den Stern Zeta Aquilae (ζ Aql, 3 mag), zwei Tage später, am 11. Juli, den etwas lichtschwächeren Epsilon Aquilae (ε Aql, 4 mag). Am 23. Juli führt ihn sein Weg an der linsenförmigen Galaxie NGC 6599 (13 mag) vorbei.

Auf den Spuren des Halbgottes | Aufgrund der relativen Nähe zur Erde und der Geometrie seiner Bahnebene erstreckt sich der scheinbare Himmelspfad des Kometen 169P/NEAT über eine weite Strecke quer durch die ausgedehnte Region des Sternbilds Herkules.

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