Meteore im April 2026: Der Nachthimmel erwacht wieder zum Leben

Die Lyriden erreichen ihr Maximum am 22. April gegen 20:40 Uhr MESZ für Mitteleuropa. Unter idealen Beobachtungsbedingungen sind auf den Zenit bezogene Fallraten (englisch: zenithal hourly rates, ZHRs) von bis zu 18 Meteoren pro Stunde möglich. In der Praxis liegt die tatsächlich sichtbare Zahl an Meteorerscheinungen jedoch meist deutlich unter der ZHR. Der Ausstrahlungspunkt (Radiant) des Stroms befindet sich im Sternbild Leier und erreicht ab etwa 22:30 Uhr Ortszeit eine ausreichende Höhe über dem Horizont, die im Verlauf der Nacht weiter zunimmt.
In diesem Jahr kann das Maximum ungestört beobachtet werden, da der Mond erst am 24. April das erste Viertel erreicht. Modellrechnungen für den Ursprungskörper des Stroms, den Kometen C/1861 G1 (Thatcher), legen allerdings nahe, dass dieses Jahr keine erhöhte Aktivität zu erwarten ist. Kurzzeitige Ausbrüche mit deutlich höheren Fallraten sind zwar bekannt, treten aber nur kurzzeitig auf – so wurden im Jahr 1982 für etwa eine Stunde ZHR-Werte von bis zu 90 registriert.
Zusätzlich ist weiterhin die Anthelionquelle aktiv, die mit stündlichen Raten von zwei bis vier Meteoren pro Stunde aber nur wenig auffällig gegenüber dem Hintergrund erscheint. Bis Ende April verlagert sich ihr Radiant in das Sternbild Waage. Bei einer maximalen Helligkeit, die je nach Standort mit dem bloßen Auge gerade noch sichtbar ist (etwa 6,5 mag), und einer angenommenen Radiantenhöhe von 90 Grad können bis zu zehn Strommeteore pro Stunde beobachtet werden. Sinkt die Höhe des Radianten, reduziert sich die Anzahl der sichtbaren Meteorerscheinungen deutlich: Bei 45 Grad bleibt nur noch etwa die Hälfte davon übrig.
Ab dem 19. April sind im Sternbild Wassermann zudem Meteore der Eta-Aquariiden zu beobachten. Deren Aktivitätsphase wird bis etwa Mitte Mai andauern. In diesem Jahr wird ihre Beobachtbarkeit jedoch stark durch den Mond beeinträchtigt. Aufgrund der geringen Höhe des Radianten über dem Horizont in Mitteleuropa sind vor allem die südlicheren Breiten bis etwa 45 Grad nördlicher Breite für Beobachtungen geeignet, vorausgesetzt, es herrschen optimale Bedingungen. In Mitteleuropa bleibt lediglich ein Zeitfenster von rund einer Stunde vor Beginn der Morgendämmerung, um einzelne Strommeteore zu registrieren.
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