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News: Bereits geringe Östrogenkonzentrationen machen Fische unfruchtbar

Synthetische Östrogene, die über das Abwasser in Flüsse und Seen gelangen, könnten eine größere Gefahr für Fischpopulationen darstellen als bisher vermutet. So können bereits geringe Östrogenkonzentrationen die Fruchtbarkeit männlicher Regenbogenforellen deutlich herabsetzen, selbst wenn sie den Hormonen nur kurze Zeit ausgesetzt sind. Dies ergab eine Studie, die vom Department of Energy in Zusammenarbeit mit der University of Idaho in den Vereinigten Staaten durchgeführt wurde.

In Laborexperimenten setzten Wissenschaftler um Irvin Schultz Regenbogenforellen-Männchen für begrenzte Zeit unterschiedlichen Östrogenkonzentrationen aus. Bereits nach 28 Tagen und schon bei Konzentrationen von nur 10 Nanogramm pro Liter verminderte das Östrogen Ethinylestradiol die Fruchtbarkeit männlicher Regenbogenforellen um bis zu 50 Prozent. Solche Konzentrationen konnten in Flüssen bereits nachgewiesen werden.

Synthetische Östrogene werden in Empfängnisverhütungsmitteln verwendet. Auswirkungen dieser Hormone auf juvenile Fische sind der Wissenschaft bereits bekannt: Sie können bei männlichen Jungfischen unter anderem die Ausbildung weiblicher Geschlechtsorgane auslösen. Der Einfluss auf geschlechtsreife Fische ist zwar weniger gravierend, könnte aber bereits geschwächte Populationen zusätzlich gefährden.

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  • Quellen
Environmental Toxicology and Chemistry 22(6): 1272–1280 (2003)

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