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Alaska: Bergrutsch löst Riesentsunami aus

Im vergangenen Oktober kam es zu einem Erdrutsch für die Geschichtsbücher: Rund 200 Millionen Tonnen Gestein rutschten ins Wasser eines Fjords - wohl mehr als je zuvor verzeichnet.
Größter Bergrutsch der Geschichte der USA?

Forscher sind auf einen Erdrutsch gestoßen, bei dem es sich um den mengenmäßig größten nicht vulkanischen Rutsch in der Geschichte der Vereinigten Staaten handeln könnte. Das Schauspiel fand im Oktober 2015 in der Icy Bay in Alaska statt, glücklicherweise zu einer Saison, in der sich nur wenige Menschen in der Gegend aufhalten, so dass niemand zu Schaden kam. Die durch den Erdrutsch ausgelöste Flutwelle reichte auf dem gegenüberliegenden Hang noch in eine Höhe von 150 Metern und knickte dort Bäume um.

Davon berichtet jetzt das Geophysical Institute der University of Alaska in Fairbanks auf seiner Website. Laut dem Beitrag wurden zunächst zwei Seismologen der Columbia University in New York auf den Erdrutsch aufmerksam. Göran Ekström und Colin Stark beobachteten ein entsprechendes Signal in ihren Daten und kalkulierten, dass ungefähr 200 Millionen Tonnen Gestein innerhalb von 60 Sekunden ins Wasser rauschten. Als Ort des Schauspiels identifizierten sie die Icy Bay in Alaska.

Die Folgen der Monsterwelle
Die Folgen der Monsterwelle | Eine Halbinsel am Ausgang des Taan-Fjords wurde größtenteils von den Wassermassen überrollt. Eine Aufnahme des baumbestandenen Inselchens vor dem Ereignis findet sich hier (im Vordergrund rechts).

Erst nach der Frühjahrsschneeschmelze konnte nun der Geowissenschaftler Chris Larsen von der University of Alaska die Gegend aus der Luft erkunden und vermessen. Die Hangrutschung ergoss ihr Material in den Taan-Fjord, einen Seitenarm der Icy Bay. Der Tsunami wälzte sich bis in die eigentliche Bucht und rasierte auf seinem Weg das mit Tannen bestandene Ufer kahl. Auch die Zunge des Tyndall-Gletschers, der in den Taan-Fjord entwässert, wurde von Wasser und Gestein überflutet.

Die Flutwelle scheint gewaltige Ausmaße gehabt zu haben. Allerdings dürfte sie trotzdem nicht an den aktuellen Rekordhalter heranreichen, einem Megatsunami aus dem Jahr 1958. Damals wogte eine über 30 Meter hohe Welle durch die Lituya Bay in Alaska und kletterte die Hänge bis zu 550 Meter hinauf. Zwar habe sich in der Lituya Bay weniger Material gelöst als jetzt in der Icy Bay, dafür sei das Gestein aus größerer Höhe gefallen und in tieferes Wasser gestürzt, erklären die Forscher. Drei Fischerboote fielen dem Rekordtsunami zum Opfer.

Auslöser des Vorfalls war damals ein Erdbeben. Der Hang in der Icy Bay hingegen wurde vermutlich durch die gestiegenen Temperaturen in der Region und lang anhaltende Regenfälle destabilisiert. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich durch diese Vorgänge künftig häufiger große Hangabbrüche ereignen werden als in der jüngeren Vergangenheit.

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