Berühmter Musketier: Haben Archäologen das Skelett von d’Artagnan entdeckt?

Wenn Ludwig XIV. einen Mann für heikle Aufgaben brauchte, war Charles De Batz-Castelmore, besser bekannt als Graf d’Artagnan, nie weit. Ihn betraute der Monarch beispielsweise mit der Verhaftung und Bewachung des ehemaligen Finanzministers Nicolas Fouquet, der beim König in Ungnade gefallen war. Im Gegenzug kletterte d’Artagnan in der Hierarchie der Musketiere immer weiter nach oben, bis er schließlich im Jahr 1667 an der Spitze der Elitetruppe des Sonnenkönigs stand.
Nun vermuten niederländische Archäologen, das Grab von d’Artagnan in einer Kirche in Maastricht entdeckt zu haben. Medienberichtenzufolge kam die Bestattung unter dem einstigen Altar bei Bauarbeiten zum Vorschein. Eine Bestätigung seiner Identität durch DNA-Abgleich steht allerdings noch aus.
Dass der Kommandant der Musketiere 1673 bei der Belagerung Maastrichts eine Schusswunde am Hals erhielt und daran starb, ist historisch verbürgt. Auch gilt als wahrscheinlich, dass sein Leichnam in einer örtlichen Kirche beigesetzt wurde. Die Kirche Sankt Peter und Paul im Maastrichter Stadtteil Wolder, in der nun das Skelett gefunden wurde, gilt seit Langem als aussichtsreichster Kandidat für seine letzte Ruhestätte, da der französische König das Gotteshaus während der Belagerung selbst nutzte.
DNA-Analysen sollen die Identität des Toten klären
Für die Identifizierung des Toten mit dem berühmten Musketier spricht, dass eine Kugel im Halsbereich des Skeletts gefunden wurde – es könnte sich um genau das Geschoss handeln, an dem Charles d’Artagnan starb. Eine ebenfalls im Grab gefundene Münze datiere in das Jahr 1660 und gehöre in das Umfeld des französischen Königs, wird der Dekan der Kirche, Jos Valke, in niederländischen Medien zitiert.
Der Maastrichter Archäologe Wim Dijkman, der sich eigenen Angaben zufolge seit Langem mit dem Fall d’Artagnan und der Suche nach dessen Grab beschäftigt, hält die Identifikation des Toten mit dem berühmten Musketier für plausibel. Festlegen wolle er sich allerdings nicht, solange noch keine Ergebnisse der DNA-Untersuchung vorlägen. Ein Münchner Labor werde Erbgut aus dem Kiefer des Skeletts mit Genmaterial vergleichen, das auf den Vater von d’Artagnan zurückgeht, erklärt Dijkman. Zeitgleich soll ein Labor in den Niederlanden das Geschlecht, das Alter und die Herkunft des Bestatteten anhand seiner Knochen ermitteln.
Zur Romanfigur wurde Charles De Batz-Castelmore, Graf d’Artagnan, zunächst durch eine Erzählung mit dem Titel »Mémoires de M. d’Artagnan«, die im Jahr 1700 erschien. Ihr Autor Gatien de Courtilz de Sandras ging mit dem historischen Stoff bereits recht unbekümmert um und ergänzte zahlreiche Ausschmückungen. Dieses Werk wiederum nahm Alexandre Dumas als Vorlage für seine ab 1844 erscheinende Romanreihe um die drei Musketiere Athos, Porthos und Aramais und ihren hitzköpfigen Freund aus der Gascogne, wobei er seinerseits zahlreiche weitere fiktionale Details hinzufügte.
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