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Mutualismus: Bestäuber fördern ein Drittel der Welternte

Biene auf BlüteLaden...
Blüten besuchende Insekten, Fledermäuse und Vögel beeinflussen rund 35 Prozent der Weltnahrungsproduktion positiv und steigern die Erträge von 87 der wichtigsten Nahrungspflanzen. Erstmals gelang damit Wissenschaftlern um Alexandra-Maria Klein von der Universität Göttingen eine weltweite Schätzung dieser ökosystemaren Dienstleistung für den Menschen.

Himbeeren im VergleichLaden...
Himbeeren im Vergleich | Himbeeren im Vergleich: Links und in der Mitte selbst bestäubte Früchte, rechts durch Insekten bestäubtes Ergebnis
Die Forscher verglichen dazu umfassend die Ergebnisse von entsprechenden Agrar-Studien über Bestäubung und Ernteergebnisse von 115 Nutzpflanzen aus 200 Ländern. Etwa drei Viertel aller Nahrungspflanzen werden demnach zu unterschiedlichen Graden durch tierische Befruchtung beeinflusst, wobei die Hälfte davon wiederum völlig oder überwiegend auf Bienen und Co angewiesen sind – vornehmlich Obst, Nüsse und bestimmte Gemüsesorten, die dadurch deutlich ergiebiger trugen als im Falle von Selbstbestäubung. Weizen, Reis oder Mais hängen dagegen nicht von Tieren als Pollenüberträgern ab.

Fehlen dagegen Honigbienen, ihre wild lebende Verwandtschaft oder andere Bestäuber, sinken die Ernteerträge der genannten Pflanzen oder müssen die Landwirte auf entsprechend teurere künstliche Befruchtung umsteigen: Preissteigerungen bei diesen Lebensmitteln sind die auch in Studien festgestellte Folge. Vielerorts befinden sich allerdings Pollen übertragende Tierarten in der Krise, da ihre Lebensräume oder Nistplätze zerstört werden oder sie Agrarchemikalien zum Opfer fallen, wie schon zuvor verschiedene Untersuchungen feststellten. Honigbienen wiederum stehen weltweit unter Druck, da sie von parasitären Milben befallen werden und dadurch großflächig absterben. Zudem leiden sie unter verschiedenen Krankheiten und in Amerika auch unter der Konkurrenz der aggressiven so genannten Killerbienen, die aus Hybriden afrikanischer mit Honigbienen hervorgegangen sind.
27.10.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 27.10.2006

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