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Ferne Welten: Bestbestücktes Exosystem hat noch mehr Planeten

Das System 55 Cancri: 5 Planeten um eine Sonne
Um den 41 Lichtjahre entfernten Stern 55 Cancri kreisen nicht nur die vier schon bekannten Planeten, sondern noch ein weiterer, berichten Debra Fischer von der San Francisco State University und ihre Kollegen. Der Neufund umläuft seinen Stern in kaum größerem Abstand als die Venus unsere Sonne und befindet sich damit in einer Zone, die gemäßigte Oberflächentemperaturen zulässt. Der fünfte 55-Cancri-Begleiter liegt mit 45 Erdmassen in einer Gewichtsklasse zwischen Neptun und Saturn und ähnelt demnach mit großer Wahrscheinlichkeit unseren Gasriesen.

Die Dopplermethode | Bei der Radialgeschwindigkeitsmethode suchen Astronomen nach einer Dopplerverschiebung der Spektrallinien des Sternlichts, um einen Planeten aufzuspüren. Diese entsteht, wenn die Schwerkraft eines Planeten ein periodisches Wackeln des Sterns verursacht. Das Spektrum gibt so Aufschluss über Masse und Bahnparameter eines im Orbit befindlichen Begleiters. Allerdings funktioniert die Methode nur, wenn wir seitlich auf das Planetensystem blicken.
Das System um den von der Erde aus mit bloßem Auge kaum sichtbaren 55 Canci im Sternbild Krebs ist damit das planetenreichste aller derzeit bekannten Exosysteme. Um 55 Cancri waren seit dem Jahr 2002 Jahren vier Planeten mit der Radialgeschwindigkeitsmethode entdeckt worden. Die Dopplerverschiebung des Spektrums eines Sterns gibt dabei Aufschluss über Masse und Bahnparameter eines im Orbit befindlichen Begleiters. Der nun mit derselben Methode gefundene 55 Cancri f läuft zwischen den schon bekannten drei großen, sonnennahen Gasplaneten und einem unserem Jupiter ähnlichen äußeren Objekt.

Weil der sonnenähnliche 55 Cancri geringfügig schwächer strahlt als unser Zentralgestirn und sein vierter Planet ihm etwas näher ist als die Erde der Sonne, sollten dort Temperaturen herrschen, die theoretisch flüssige Wasserreservoirs auf der Oberfläche zuließen. Solche könnten sich allerdings nicht auf dem Gas-Planeten selber, sondern nur auf einem hypothetischen Mond bilden; dieser müsste zudem etwa marsgroß sein, um sein Wasser auf Dauer halten zu können. An dem Vorhandensein von Gewässern entzündet sich die Fantasie von Astrobiologen, weil sie eine der Vorraussetzungen für die Entwicklung von irdischem Leben waren. (jo)

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