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Tierschutz: Besucher lösen Stress bei Pinguinküken aus

Kommen Menschen regelmäßig Küken von Magellan-Pinguinen (Spheniscus magellanicus) zu nahe, reagieren diese mit deutlich erhöhter Ausschüttung von Stresshormonen im Vergleich zu ungestörtem Vogelnachwuchs.

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Stress bei Pinguinküken | Regelmäßig von Menschen besuchte Magellan-Pinguinküken leiden wesentlich stärker unter Stress als ihre ungestörten Artgenossen. Erst nach Wochen der Gewöhnung sinken die Werte auf normales Niveau.
Blutuntersuchungen von Brian Walker und seinen Kollegen von der Universität von Washington in Seattle zufolge haben sich die Tiere erst nach vierzig bis fünfzig Tagen so weit an die Gäste gewöhnt, dass sich ihr Corticosteron-Pegel jenem der weit gehend unbeeinflussten Vögel annähert: Während er in der ersten Lebenswoche auf das Drei- bis Fünffache erhöht ist, sinkt er nun auf niedrigere Werte, die in etwa jenen der Vergleichsgruppe entsprechen. Kurz vor dem Flüggewerden nach siebzig Tagen pendelt sich dann der Wert bei beiden auf etwas höherem Niveau ein.

Ob diese anfänglichen Hormonschübe langfristig negative Folgen haben, können die Forscher noch nicht beurteilen. Sie beobachteten jedenfalls keine Wachstums- oder Gewichtsunterschiede zwischen den verschiedenen Populationen; auch die Küken mit Menschenkontakt entwickelten sich normal.

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Ist das schon der Stress? | Drei Magellan-Pinguine kämpfen um eine Bruthöhle – ein nicht ungewöhnlicher Anblick vor der Brutsaison, denn gute Nistplätze werden schnell knapp.
Die im argentinischen Reservat Punta Tombo beobachteten Pinguine gewöhnen sich allerdings an die Touristen, ohne dass dies ihren Stressfaktor merklich verringert. Doch im Vergleich zu ihren nicht regelmäßig besuchten Artgenossen fliehen sie bald nicht mehr vor den Menschen, sodass die Besucher sich bis auf wenige Schritte annähern können. Dagegen wahren die selten oder nie aufgesuchten Vögel eine minimale Fluchtdistanz von neun Metern.
29.09.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 29.09.2005

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