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News: Betagte Eltern für neugeborene Planeten?

Astronomen haben eine Staubscheibe entdeckt, aus der sich wahrscheinlich neue Planeten formen. Das wäre an sich nichts Ungewöhnliches. Doch diese Scheibe umgibt ein sehr altes Doppelsternsystem. Bisher wurde angenommen, Planeten würden sich stets um junge Sterne bilden.
Nach der üblichen Vorstellung, wie Planeten entstehen, kollabiert eine riesige Wolke aus Staub und Gas. Dadurch wird ein neuer Stern gebildet, den eine Materiescheibe umgibt. Diese ist reich an Staubteilchen aus Eisen, Silicium, Sauerstoff und anderen Elementen, wie sie auf den Planeten unseres Sonnensystems zu finden sind. Aus dem Material entstehen dann die Trabanten des jungen Sterns. Doch ein Team aus niederländischen und belgischen Astronomen hat mit dem Infrared Space Observatory der European Space Agency solch eine Staubscheibe an einem völlig ungewöhnlichen Ort gefunden (Nature vom 26. Februar 1998).

Als die Forscher das Instrument auf die "Rotes Rechteck" genannte Gas- und Staubwolke in 1000 Lichtjahren Entfernung richteten, entdeckten sie Staubkörnchen von rund 10 Mikrometern Durchmesser, aus denen sich später Planeten formen könnten. Die Analyse ergab, daß winzige Kristalle von Olivin auftraten, einem Mineral, das auf der Erde weit verbreitet ist und die Elemente Magnesium, Eisen, Silizium sowie Sauerstoff enthält. Für die Astronomen war dieses Ergebnis überraschend, denn das "Rote Rechteck" ist nicht in der Nähe eines jungen Sterns, sondern besteht aus Gas und Staub, die von einem Paar älterer Sterne herausgeschleudert werden.

Einer der Sterne ist ein Roter Riese, der eine relativ kühle Oberfläche besitzt. An ihr können sich Atome und Moleküle, die sich in den äußeren Schichten gebildet haben, zu Staubpartikeln zusammenfinden, erklärt Rens Waters von der University of Amsterdam. Sind die Teilchen erstmal in den Nebel entschwunden, sagt er, "so verbinden sie sich nach unseren Vorstellungen zu immer größeren Partikeln." Dieser Prozeß könnte schließlich sogar Planeten hervorbringen – auf eine bisher völlig unbekannte Weise.

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