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Ökologie: Biber binden viel Kohlenstoff

Biber sind bekannt dafür, eine Landschaft aktiv zu gestalten: Sie ernten Holz, legen Dämme an und schaffen dabei kleine Tümpel stehenden Wassers. Dabei sichern die Nagetiere offenbar nicht nur ihre eigene Lebensgrundlage, sondern binden große Mengen Kohlenstoff. Davon berichtet Ellen Wohl von der Colorado State University.

Die Geowissenschaftlerin untersuchte so genannte Biberauen im Rocky-Mountain-Nationalpark auf ihren Kohlenstoffgehalt. Dort unterhalten Biber diese morastreichen Tümpel entweder bis heute oder haben sie bereits verlassen. Besonders der Boden der aktiven Biberauen ist an Kohlenstoff stark angereichert: Auf der untersuchten Fläche, die dem Stadtgebiet Berlins entspricht, seien dadurch ursprünglich etwa zwei Millionen Tonnen Kohlenstoff gebunden gewesen. Damit sei allein der Biber einmal für 23 Prozent des vorhandenen Kohlenstoffs in diesem Teil des Nationalparks verantwortlich gewesen. Heute sei dieser Wert allerdings durch einen Wandel im Ökosystem auf acht Prozent abgesunken.

Wie in Europa haben die Biberbestände auch in Nordamerika stark abgenommen. Immer mehr weidende Hirsche und der Holzbedarf des Menschen haben dazu geführt, dass Biber immer wenig Baumaterial finden. Dadurch hat sich auch die Landschaft im Nationalpark verändert: Die Biberauen werden trockener, die Vegetation wird zunehmend steppenähnlicher, speichert daher nur noch ein Bruchteil des ursprünglichen Kohlenstoffs und ist zudem anfälliger für Buschbrände, bei denen wieder Kohlenstoff freigesetzt wird.

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