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Suchterkrankungen: Bilder warnen Raucher am besten vor Gesundheitsschäden

Nicht so wirksam wie Bilder: Warnhinweise in GroßbritannienLaden...
Bebilderte Hinweise vermitteln Nikotinabhängigen die Gesundheitsgefahren des Rauchens effektiver als Textwarnungen. Dies ergab ein Vergleich zwischen dem Erfolg verschiedener Arten von Warnhinweisen, die in Kanada, den USA, Großbritannien und Australien auf Zigarettenschachteln vorgeschrieben sind.

Untersucht wurde die Reaktion von insgesamt 15 000 Rauchern aus den vier Ländern, die zwischen 2002 und 2005 befragt worden waren, ob sie Warnhinweise wahrnehmen und ob sie darauf mit verändertem Rauchverhalten oder dem Wunsch aufzuhören reagiert haben [1]. In Kanada werden Schachteln mit Bildern versehen, in Australien seit 1994 mit größeren und in den USA seit 1984 mit kleineren Warnaufschriften.

Die Forscher der Universität von Washington stellten nun fest, dass 60 Prozent der kanadischen Raucher, rund die Hälfte der befragten Australier und knapp ein Drittel der US-Bürger die Hinweise nach eigenen Angaben häufig bemerkten. In Großbritannien, wo die die EU-typischen Aufschriften im Jahr 2003 erstmals eingeführt wurden, stieg die Aufmerksamkeit von vorher 44 auf nachher 82 Prozent. Zweieinhalb Jahre nach der Einführung war die Rate allerdings wieder auf 67 Prozent gesunken. Je länger Hinweise unverändert gezeigt werden, desto weniger beeindruckten sie demnach insgesamt die Raucher.

Obwohl die in Kanada seit langem eingesetzten Bildwarnungen prozentual weniger Aufmerksamkeit erregten als die gerade erst eingeführten Texthinweise in Großbritannien, würden sie doch effektiver zur Raucherabschreckung beitragen, so die Forscher weiter: In Kanada berichten 15 Prozent der Befragten, sie seien durch die Warnung schon einmal vom Rauchen abgehalten worden – ein höherer Wert als in allen anderen Ländern.

In einer zweiten Studie befragten Forscher des Bolton-Krankenhauses jugendliche Raucher danach, welche von fünf Erkrankungen sie als durch das Rauchen verursacht kennen und vor welchen sie besondere Angst hätten. Dabei zeigte sich unter anderem, dass zwar 81 Prozent der Befragten sich des Risikos für Lungenkrebs bewusst waren, nur fünf Prozent aber der Gefahr zu erblinden. Gleichzeitig aber äußerten neun von zehn Jugendlichen starke Angst vor dem Verlust des Augenlichtes und gaben zudem an, dass sie bei ersten Anzeichen dafür aufhören würden zu rauchen [2]. Die Forscher raten nun, einen Hinweis auf mögliches Erblinden dem Kanon der bisher aufgedruckten Warnungen hinzuzufügen. (jo)
07.02.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 07.02.2007

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