Direkt zum Inhalt

Marsforschung: Bilderbuchlandung von Raumsonde InSight

Exakt und ohne Probleme setzte die Raumsonde InSight am Abend des 26. November 2018 auf dem Mars auf und übermittelte kurz danach erste Bilder. Sie zeigen eine flache Gegend ohne viele Steine, ein ideales Gebiet für die geplanten Messungen zur Erkundung des Marsinneren.
Mars kurz nach der Landung von Insight (Aufnahme eines MarCO-Kleinsatelliten)

»Touchdown confirmed« – »Aufsetzen bestätigt« – das waren die erlösenden Worte der Missionssprecherin des Jet Propulsion Laboratory in Pasadena, Kalifornien um 20:53 Uhr MEZ. Vorangegangen waren sieben Minuten atemberaubender Spannung, während die Raumsonde InSight ihre komplexe Choreografie für die Landung durchlief. Genau nach Plan trat InSight in die Marsatmosphäre ein – Radioteleskope auf der Erde, unter anderem das 100-Meter-Radioteleskop Effelsberg in Deutschland, verfolgten, wie die Raumsonde rasch immer langsamer wurde.

Das erste Bild von InSight
Das erste Bild von InSight | Nur drei Minuten nach dem Aufsetzen am 26. November 2018 übermittelte die Raumsonde InSight dieses erste Bild des Landeplatzes: Es lässt sich eine flache Region mit nur wenigen Steinbrocken erkennen. Die Kamera blickt hier durch eine durchsichtige Schutzkappe, welche die Optik vor Verschmutzung durch den von den Landetriebwerken aufgewirbelten Staub bewahrt. Sie wird in Bälde abgeworfen.

Zudem funktionierten die gleichzeitig mit InSight gestarteten Miniaturraumsonden MarCO-A und -B perfekt und übermittelten live die von der Landesonde übermittelten Funksignale zur Erde. So ließ sich direkt verfolgen, wie die Landung verlief und die Aufmerksamkeit im Kontrollzentrum immer mehr bis zum Bersten gespannt war. Nach den erlösenden Worten brach dann lautstarker Jubel aus, und die sonst so gesetzt wirkenden Missionskontrolleure und Wissenschaftler lagen sich erleichtert in den Armen. Nur drei Minuten nach dem Aufsetzen kam schon das erste Bild des Landeplatzes auf der Erde an.

Erster Blick zum Horizont
Erster Blick zum Horizont | Ebenfalls kurz nach der Landung wurde die zweite Kamera an Bord von InSight aktiv. Sie ist am Roboterarm der Sonde befestigt, der hier noch eingeklappt ist (weiße Rohre). Das Bild zeigt die flache Umgebung des Landeplatzes, im Vordergrund sind nur wenige Gesteinsbrocken sichtbar. Am linken Bildrand erkennt man das Schutzgehäuse des Seismometers.

Nach dem derzeitigen Stand der Informationen sieht es nach einem vollen Erfolg für die US-Raumfahrtbehörde NASA und die beteiligten Wissenschaftler aus Europa aus. Der Landeplatz ist wie gewünscht sehr eben, und das Gelände im unmittelbaren Umfeld der Sonde ist frei von größeren Felsbrocken. Zudem steht die Sonde nur um zwei Grad geneigt, ebenfalls optimal für die geplanten Messungen, um das Innere des Mars zu erkunden. Auch sind die Solarzellenausleger wie geplant ausgefahren, die Energieversorgung der Raumsonde steht also. Derzeit sind die Missionskontrolleure der NASA dabei, die Raumsonde nach der Landung komplett durchzuchecken und InSight von einem Raumfahrzeug für eine interplanetare Reise zu einer geophysikalischen oder besser areophysikalischen Messstation umzuprogrammieren. Die Vorbereitungen für den eigentlichen Messbetrieb werden jedoch mindestens zehn Wochen in Anspruch nehmen. Mit den ersten Messungen wird ab März 2019 gerechnet.

48/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 48/2018

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnervideos