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Bipolare Störung: Die positive Seite der Manie

Manien gelten als besonders riskante Seite einer bipolaren Störung. Viele Betroffene beschreiben sie aber auch als Erfahrungen von Kraft, Kreativität und Selbstvertrauen.
Ein Künstler arbeitet in einem Atelier, umgeben von farbenfrohen Gemälden und Kunstmaterialien. Auf dem Boden liegt eine Leinwand mit abstrakten Farbklecksen. Der Raum ist mit verschiedenen Kunstwerken an den Wänden dekoriert, die lebendige Farben und expressive Formen zeigen. Der Künstler ist in einer dynamischen Pose, während er an einem neuen Werk arbeitet. Farbdosen und Pinsel sind auf dem Boden verstreut, was auf einen kreativen und produktiven Arbeitsprozess hinweist.
Viele Menschen mit der Diagnose einer affektiven Störung berichten von Hochgefühlen und Kreativitätsschüben während manischer Phasen.

Viele Menschen mit einer bipolaren Störung fürchten sich nicht nur vor dem depressiven Teil der Erkrankung, sondern auch vor manischen Phasen. In diesen Zeiten überdrehter Stimmung drohen etwa Verschuldung durch Impulskäufe, Glücksspiel oder riskante Sexualkontakte. Wie eine Studie aus dem Vereinigten Königreich zeigt, sehen jedoch manche Betroffene in der Manie oder ihrer abgeschwächten Form, der Hypomanie, auch Positives.

Eine Gruppe um die Psychologin Monika Luksaite von der University of Southampton wertete 13 Studien aus, an denen insgesamt 610 Menschen mit bipolarer Störung teilgenommen hatten. Die meisten Arbeiten waren qualitativ angelegt, als Befragungen mit offenen Antwortmöglichkeiten. Viele Betroffene beschrieben in einer Manie intensive Hochgefühle und eine Art »Vitalitätsschub«. Damit gingen ein gestärktes Selbstwertgefühl, höhere Kontaktfreudigkeit und eine bessere Leistungsfähigkeit einher. Auch über mehr Durchhaltevermögen oder größeren Mut, Aufgaben anzupacken, berichteten die Befragten. Jene, die sich künstlerisch betätigten, nannten zudem häufig eine gesteigerte Kreativität als Pluspunkt.

Keine »mangelnde Krankheitseinsicht«

Die Forschenden betonen, dass diese positiven Eindrücke die Risiken manischer Episoden nicht aufheben. Sie warnen jedoch davor, solche Erfahrungen als »mangelnde Krankheitseinsicht« abzutun. Denn positive Überzeugungen über manische oder hypomanische Phasen könnten dazu beitragen, dass Betroffene eine Behandlung ablehnen oder weniger konsequent verfolgen. Es könne daher sinnvoll sein, diese Zwiespältigkeit in der Therapie gezielt anzusprechen.

  • Quellen

Luksaite, M., Psychology and Psychotherapy: Theory, Research and Practice 10.1111/papt.70087, 2026

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