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Mond: Bislang ältestes Mineral des Sonnensystems gefunden

Im Mondgestein Brekzie 72215 haben Forscher nun den bislang ältesten bekannten Zirkon unseres Sonnensystems nachgewiesen: Mit einem Alter von 4,417 Milliarden Jahren ist er nur 100 Millionen Jahre jünger als der Erdtrabant selbst. Das Mineral übertrifft damit die frühesten Zirkone der Erdgeschichte aus den australischen Jack Hills um mehrere Millionen Jahre.

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Mondgestein im Polarisationsmikroskop | Die untersuchte Mondbrekzie 72215 im polarisierten Licht unter dem Mikroskop: Das uralte Zirkonmineral findet sich etwa in der Bildmitte und ist 0,5 Millimeter groß.
Ermittelt haben dieses Alter Geologen um Alexander Nemchin von der Curtin University of Technology im australischen Bentley mit Hilfe von Blei- und Uranisotopen, die in dem winzigen Zirkonkörnchen noch vorhanden waren. Da Zirkon entsteht, wenn geschmolzenes Gestein abkühlt, können die Wissenschaftler anhand der Datierung in etwa festlegen, wann sich die Mondoberfläche spätestens abgekühlt haben muss. Nach seiner Entstehung – durch eine Kollision der Erde mit einem etwa marsgroßen Körper vor rund 4,5 Milliarden Jahren – bestand sein frühes Äußeres aus flüssigem Magma.

Erst als dieses zu 90 Prozent abgekühlt war, bildeten sich die Zirkone. Nach Berechnungen der Forscher geschah dies etwa 100 Millionen Jahre nach dem Zusammenstoß der beiden Himmelskörper. Jüngere Zirkone aus dem Mondgestein deuten daraufhin, dass sich die restliche Schmelze in den folgenden 200 bis 400 Millionen Jahren schließlich verfestigt hat. Dieser Magmaanteil war jedoch bedeutend kleiner. (dl)
5. Woche 2009

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 5. Woche 2009

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