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Medikamente: Bittere Pille für die Therapie

Viele Tabletten verschwinden unberührt in der Schublade. Doch spielt dafür nicht nur der oft gewöhnungsbedürftige Geschmack der Arznei eine Rolle, sondern eine Reihe vieler Faktoren. So sinkt einer neuen Studie zufolge mit der Menge verordneter Medikamente auch die Bereitschaft, sie ordnungsgemäß einzunehmen.

Richard Chapman von ValueMedics Research und seine Kollegen hatten bei rund 8400 Patienten mit Bluthochdruck und hohem Blutfettspiegel verfolgt, wie eng sich die Betroffenen an die Arztvorgaben hielten. Durch eine Doppelmedikation können die gesundheitsbelastenden Werte gesenkt und damit auch das Risiko für ernsthafte Erkrankungen von Herz und Gefäßen reduziert werden – doch setzt schon binnen eines halben Jahres über ein Drittel dieser Patienten eines oder gleich beide Medikamente ab. Schon aus der Krankenakte ließ sich herauslesen, ob der Patient die Therapie befolgt oder nicht.

Je mehr Arzneien ein Jahr vor der Doppeltherapie verordnet wurden, desto geringer war die Bereitschaft, den Rat des Arztes zu befolgen. Allerdings war es besser, am gleichen Tag mit der Doppeltherapie zu beginnen. Wie sich zeigte, war in solchen Fällen die Abbrecherquote geringer als bei Patienten, die das zweite Medikament später als das erste verordnet bekamen. Auch das Geschlecht des Patienten spielte eine Rolle: Männer erwiesen sich in dieser Hinsicht als deutlich braver.
24.05.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 24.05.2005

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