Direkt zum Inhalt

Hirnforschung: Blinder kann Emotionen "sehen"

Das Gehirn kann offensichtlich – ohne Beteiligung der Sehrinde – Emotionen bei Mitmenschen unbewusst wahrnehmen. Zu diesem Schluss kommt ein Team aus Großbritannien und der Schweiz.

Alan Pegna von der Universität von Wales hatte zusammen mit seinen Kollegen einen Patienten untersucht, dessen Sehzentrum im visuellen Kortex durch mehrere Schlaganfälle stark geschädigt war. Trotz gesunder Augen war er somit de facto blind und konnte daher auch Fotos männlicher und weiblicher Personen, welche die Forscher ihm vorlegten, nicht voneinander unterscheiden. Fragten die Forscher ihn jedoch nach den Gefühlen der abgebildeten Personen – wie Freude, Wut, Angst oder Trauer –, lag er meist richtig.

Wie bildgebende Verfahren mit funktioneller Magnetresonanztomografie zeigten, war dabei vor allem die rechte Amygdala aktiv – eine Hirnregion, die bei der Verarbeitung von Gefühlen eine wichtige Rolle spielt. Die Forscher schließen daraus, dass die Amygdala visuelle Reize auch ohne bewusste Wahrnehmung durch die Sehrinde verarbeiten kann.

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte