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Evolution: Blütenpflanzen begünstigten Artenbildung von Ameisen

Die Diversifizierung der Ameisen wurde wohl ausgelöst durch die gleichzeitige Entstehung und rapide Artenneubildung von Blütenpflanzen während der späten Kreidezeit vor 100 Millionen Jahren. Dadurch kam es zur Ausbildung unzähliger neuer Nischen und entsprechender Pflanzen fressender Insekten, die von den Ameisen genutzt werden konnten.

24-Stunden-Ameise mit Beute | 24-Stunden-Ameise (Paraponera clavata) mit Beute: Die nach ihrem schmerzhaften Stich, dessen Nachwehen einen ganzen Tag lang anhalten sollen, benannte Ameise gehört ebenfalls zu den Profiteuren der Entwicklung der Blütenpflanzen – so wie wohl die Diversität der Ameisen überhaupt auf deren Entstehung zurückzuführen ist.
Diesen Schluss zieht eine phylogenetische Studie von Corrie Moreau von der Harvard-Universität und Kollegen, die Gensequenzen von knapp der Hälfte aller gegenwärtig existierenden 290 Ameisengattung und aus 19 der 20 vorhandenen Unterfamilien verglich. Zeitlich kalibriert wurden die Daten anschließend mit Werten von 43 Ameisenfossilien.

Unbekannte Ameise in Bernstein | Unbekannte Ameisenart, in Bernstein aus British Columbia eingeschlossen. Mit Fossilien wie diesem haben die Forscher den phylogenetischen Stammbaum der Krabbeltiere geeicht.
Nach Angaben der Forscher traten zwar die meisten der heutigen Unterfamilien bereits in der frühen Kreidezeit oder sogar noch während des mittleren Juras auf und damit wesentlich früher als bislang gedacht – jedoch nur in geringer Artenzahl. Zur rapiden Zunahme der Diversität kam es dagegen erst erst zum Ende der Kreide und vor allem im frühen Eozän, was sich im Anstieg von in Bernstein konservierten Spezies aus dieser Zeit niederschlägt. Die nach Ansicht der Wissenschaftler wahrscheinlichste Ursache ist im gleichzeitigen Aufkommen einer großen Anzahl von Blütenpflanzen und tropischer Wälder zu suchen, die den Ameisen neue Lebensmöglichkeiten boten.

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