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News: Blutdruckmessung im Strom

Wissenschaftler des Instituts für Micro-Sensoren, -Aktuatoren und - Systeme (IMSAS) von der Universität Bremen entwickelten ein Gerät zur Blutdruckmessung innerhalb des Körpers. Das System liefert 100 Werte pro Minute und kann bis zu 20 Jahre lang arbeiten. Eine verkleinerte Version soll den Augeninnendruck überwachen.
Das Implantat ähnelt einer dünnen Stricknadel: Ein quadratischer Kopf, der die elektronische Intelligenz des Sensors beherbergt, bildet das Ende eines schmalen Folienstreifens. "Die reißfeste Folie trägt Leiterbahnen, über die die Meßwerte vom Sensorchip an der Spitze zum Sender übertragen werden", erläutert Diplomingenieur Jan Lichtenberg von der Universität Bremen.

Herzstück ist ein Plattenkondensator im Chip – er ermittelt die Druckwerte im Blutkreislauf. Dabei biegt sich der Kondensator unter dem Blutdruck und ändert dabei seine Ladungseigenschaften. Der Chip wandelt das analoge Signal in digitale Information und reicht sie an den Sender weiter – etwa hundert Mal in der Minute. Über eine Mikroantenne gelangen die Daten an externe Empfänger. Die normale Messung mit einer Blutdruck-Manschette liefert nur den maximalen und den minimalen Blutdruck", sagt Lichtenberg. Dagegen zeichne das Mikrosystem ein genaues Bild der fortlaufenden Druckveränderungen und gebe hilfreiche diagnostische Informationen, beispielsweise zur Beurteilung der Funktion einer eingesetzten künstlichen Herzklappe.

Der Blutdrucksensors wird derzeit für den Einsatz im Auge fortentwickelt: Eingebettet in eine Ersatzlinse soll das System den Augeninnendruck bei Patienten mit Grünem Star überwachen. Bei akuten Drucksteigerungen, die in kurzer Zeit zu Erblindung führen können, schlägt der Sensor Alarm und ermöglicht rasche Gegenmaßnahmen. Derzeit prüfen die Wissenschaftler die Sensoren auf ihre Bio-Verträglichkeit. Erst dann dürfen die Geräte im Patienten eingesetzt werden.

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