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Hirnforschung: Bluttest könnte Alzheimerdiagnose verbessern

Bluttest
Amerikanische Forscher fanden Hinweise darauf, dass im Blut von Alzheimerpatienten bestimmte Antikörper besonders häufig vorkommen. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, ließe sich die Demenzerkrankung mittels geeigneter Abwehrstoffe vielleicht früher erkennen und damit wirkungsvoller als bislang therapieren, so Thomas Kodadek und seine Kollegen vom Scripps Research Institute in Jupiter (US-Bundesstaat Florida).

Der menschliche Organismus verfügt über Abermillionen von Antikörpern, von denen sich jeder mit Vorliebe an einen speziellen Eindringling (Antigen) heftet. Immunzellen erkennen das so markierte fremde Eiweiß und machen es dann unschädlich. Sobald ein Mensch mit einem bestimmten Antigen in Kontakt gekommen ist, zum Beispiel dem HI-Virus, "erinnert" sich das Immunsystem daran und aktiviert rasch eine große Menge der entsprechenden Antikörper – was sich per HIV-Test feststellen lässt. Für die Alzheimerdemenz war ein entsprechender Antikörper-Bluttest bislang dagegen unbekannt, weil die Fahndung nach dem molekularen Übeltäter erfolglos geblieben war.

Das Team um Kodadek griff nun auf peptidähnliche synthetische Moleküle zurück, so genannte Peptoide, die sie unter dem Mikroskop mit Blutproben von jeweils fünf Alzheimer- und Parkinsonpatienten sowie gesunden Kontrollprobanden mischten. Würden die künstlichen Marker Antikörper "fangen", die allein im Blut der Alzheimerkranken nachzuweisen waren?

Tatsächlich lagerten sich zwei Peptoide – von den Forschern ADP-1 und ADP-2 getauft (für englisch Alzheimer's Disease Peptoid) – dreimal häufiger in den Proben von Demenzpatienten an bestimmte Antikörper an. Folgetests bestätigten den Fund weit gehend, weshalb Kodadek optimistisch ist, dass die beiden Peptoide eines Tages zu einer früheren Alzheimerdiagnose beitragen könnten. Dadurch ließe sich die Krankheit womöglich schon bekämpfen, bevor das Gedächtnis der Betroffenen zu schwinden beginnt. (cb)

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