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Astronomie: Bodenteleskop findet Methan auf Exoplanet

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Bei der Suche nach Leben auf fernen Planeten ist die Zusammensetzung ihrer Atmosphäre ein wichtiges Kriterium. Hinweise auf die Gashülle eines Himmelskörpers birgt die Strahlung, die uns von ihm erreicht. Bisher waren allerdings nur die Weltraumteleskope Hubble und Spitzer in der Lage, im Licht eines Exoplaneten typische Spektrallinien einzelner Molekülarten aufzuspüren. Turbulenzen in der Erdatmosphäre und die Drehung unseres Planeten verhinderten die nötigen präzisen Langzeitmessungen vom Erdboden aus.

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HD 189733b | Der sonnenähnliche Stern liegt in 62 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Füchschen ("Vulpecula"), sein Planet, der rund zehn Prozent größer als Jupiter ist, umläuft ihn in nur zwei Tagen.
Dank verbesserter Auswertungssoftware konnte ein Forscherteam um Mark Swain vom Jet Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena (Kalifornien) nun erstmals diese Störeffekte eliminieren. Am IRTF, einem 3-Meter-Infrarotteleskop auf Hawaii, bestimmten die Forscher die Zusammensetzung des Gasriesen HD 189733b in 63 Lichtjahren Entfernung. Von der Erde aus gesehen verschwindet der Planet regelmäßig hinter seinem Stern. Dann fehlt sein Beitrag zum Gesamtspektrum des Systems und lässt sich so herausrechnen. Er ist allerdings minimal und deshalb nur mit sehr präzisen Instrumenten feststellbar.

Schon 2008 hatte Hubble die Atmosphäre von HD 189733b mit dieser Methode vermessen und unter anderem Wasserdampf, Methan und Kohlendioxid entdeckt. Die Daten von Swain und seinen Kollegen stimmen so gut mit denen des Weltraumteleskops überein, dass die Forscher sehr optimistisch sind, in Zukunft zahlreiche weitere Exoplaneten vom Boden aus untersuchen zu können.

Ralf Strobel

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