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Raumfahrt: Boeings Starliner soll wieder abheben

Der erste Testflug des Starliner im Dezember 2019 ging gründlich schief. Nun vermeldet Boeing, dass man die Probleme im Griff habe. Ende 2020 oder Anfang 2021 soll die Raumkapsel erneut starten.
Starliner-Kapsel (künstlerische Animation)

Das erste Mal lief einiges nicht nach Plan. Zwar startete Boeings Raumfahrtkapsel Starliner planmäßig ins All, doch der unbemannte Jungfernflug musste abgebrochen werden. Das war am 22. Dezember 2019. Nun nimmt Boeing einen neuen Anlauf. Laut einem Bericht von »Spaceflight Now« will das Unternehmen einen zweiten Testflug im Dezember 2020 oder im Januar 2021 durchführen. Eine Crew soll erst Ende 2021 mit dem CST-100 Starliner zur ISS abheben.

Der Abbruch des ersten Testflugs war ein herber Rückschlag für Boeing. Nachdem eine Atlas-V-Rakete die Kapsel erfolgreich in eine Erdumlaufbahn gebracht hatte, zündeten die Triebwerke nicht, um den Starliner Richtung Internationaler Raumstation (ISS) zu schicken. Der Grund: ein Softwarefehler. Und offenbar trat noch ein weiteres Problem in der Programmierung auf, das fast dazu geführt hätte, dass die Kapsel auf dem Rückflug steuerlos geflogen und womöglich abgestürzt wäre.

Diese Probleme will Boeing nun im Griff haben. »Wir machen hervorragende Fortschritte, um unseren zweiten unbemannten Testflug Orbital Flight Test-2 Ende dieses Jahres oder Anfang Januar zu starten«, zitiert »Spaceflight Now« das Unternehmen. »Es stehen noch wichtige Ziele aus, was die Softwareentwicklung und Versuche zur Herstellung der Testhardware betrifft«, heißt es weiter.

Im Wettstreit um die Flugstrecke zur ISS

Wie die NASA meldet, erhält die Crew des Starliner zudem ein weiteres Mitglied. Astronautin Jeanette Epps soll zusammen mit zwei Kollegen Ende 2021 den ersten bemannten Flug mit Boeings Raumfähre antreten. Für sechs Monate sollen die Astronauten auf der ISS im All verbleiben. Zuvor soll es aber noch im Sommer 2021 einen bemannten Testflug geben, für die drei weitere NASA-Astronauten eingeplant sind.

Die Entwicklung des CST-100 Starliner steht im Zusammenhang mit einem Förderwettbewerb der NASA. Die US-Raumfahrtbehörde will in Zukunft den Transport zur ISS hin und zurück über private Firmen abwickeln, um nicht mehr vom russischen Raumfahrtbahnhof abhängig zu sein. Jahrzehntelang war Boeing in der Raumfahrtentwicklung Marktführer. Doch seit einigen Jahren haben sie mit dem Raketenunternehmen SpaceX einen starken Konkurrenten bekommen. Nicht nur das – SpaceX ist auch erfolgreicher: Der Firma von Milliardär Elon Musk war es diesen Sommer gelungen, mit ihrer Kapsel Crew Dragon zwei Astronauten erfolgreich zur ISS zu befördern und heil wieder zur Erde zu bringen.

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