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News: Brachte Fleischeslust Ende der Mutterbrust?

Forscher um Gail Kennedy von der Universität von Kalifornien in Los Angeles vermuten, dass die Stillzeit bei den Vorfahren des Menschen früher deutlich länger war, vor 2,6 Millionen Jahren aber geändert wurde. Denn mit der damals neuen Ressource Fleisch aus Kadavern gerieten die Hominiden in Konkurrenz zu Raubtieren, womit auch die Gefahr stieg, bei der Nahrungsbeschaffung von diesen getötet zu werden. Dies machte es sinnvoll, den eigenen Nachwuchs möglichst früh abzustillen, damit das Kind beim Tod der Mutter eine größere Überlebenschance hat.

Zudem habe es sich als günstig erwiesen, dem Nachwuchs möglichst früh tierisches Eiweiß zuzuführen, da Muttermilch allein nicht ausreichen würde, die frühkindliche Entwicklung des Gehirns zu gewährleisten. Menschliche Gehirne wachsen dreimal so schnell wie die von Schimpansen. Einer weiteren Theorie zufolge hat das frühe Abstillen für die Mutter den Vorteil, schnell weitere Kinder zu bekommen. Menschen können in der gleichen Zeit, die ein Schimpanse einem Sprössling widmet, zwei Kinder aufziehen.

Obwohl Menschenkinder im Vergleich mit den meisten anderen Säugetieren viel länger abhängig von ihren Eltern sind, werden sie deutlich früher von der Muttermilch entwöhnt: Spätestens mit 2,5 Jahren ist für die meisten Schluss mit Mamas Brust – Schimpansen oder Orang-Utans hingegen entwöhnen ihren Nachwuchs frühestens nach fünf Jahren.
01.02.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 01.02.2005

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