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Brandmanagement: Feuer rettete Tausende Mammutbäume

In Teilen des Sequoia-Nationalparks in Kalifornien werden regelmäßig kontrollierte Feuer gelegt, um den Schaden von Waldbränden zu minimieren. Das hat spürbare Konsequenzen, wie eine aktuelle Studie zeigt.
Ein Wald mit riesigen, alten Bäumen, die in die Höhe ragen. Die Baumstämme sind teilweise verkohlt, was auf vergangene Brände hindeutet. Der Boden ist mit Nadeln und Ästen bedeckt, und im Hintergrund sind weitere Bäume zu sehen. Die Szene vermittelt eine ruhige, natürliche Atmosphäre.
Riesensequoien sind dafür bekannt, dass sie selbst Waldbrände überleben können. Die Bäume können mehrere Tausend Jahre alt werden.

Gezielt gelegte Feuer retteten im kalifornischen Nationalpark Sequoia-Kings-Canyon wohl Tausende uralter Sequoia-Bäume vor den extremen Waldbränden in den Jahren 2020 und 2021. Zu diesem Schluss kommt eine Gruppe von Fachleuten der University of California in Davis. Das Team hatte untersucht, wie sich das gezielte Abbrennen von Bereichen rund um die uralten Mammutbäume auf deren Überleben auswirkt. Ihren Befunden zufolge erhöhte sich die Überlebenschance durch um das Vierfache, wenn das Gebiet um die Bäume in den vorangegangenen zehn Jahren so behandelt wurde. Ihre Ergebnisse haben die Fachleute vorab im Fachjournal Nature Communications veröffentlicht, von Experten begutachtet ist die Publikation noch nicht.

Der Sequoia-Kings-Canyon-Nationalpark in Kalifornien wird regelmäßig von Bränden heimgesucht. Wahrzeichen des Parks sind unter anderem die ikonischen Mammutbäume (Sequoiadendron giganteum), die mehrere Tausend Jahre alt werden können. Sie sind bekannt dafür, auch Waldbrände unbeschadet zu überstehen. Doch gegen die intensiven Feuer der letzten Jahre haben auch sie keine Chance. 2020 und 2021 verwüsteten verheerende, monatelang andauernde Flächenbrände nicht nur insgesamt fast 100 000 Hektar Fläche in dem Park, sondern verschlangen Schätzungen zufolge auch 13 bis 19 Prozent des Sequoia-Baumbestands.

Die Fachleute um Dan J. Dixon untersuchten, ob ein aktives Feuermanagement die Überlebenschance der uralten Riesen erhöht. Dazu werteten sie Daten aus mehreren Jahrzehnten aus: Seit den 1960er-Jahren werden in dem Nationalpark in bestimmten Gebieten wiederkehrend gezielt Brände gelegt – direkt um die Mammutbäume herum. So soll dem nächsten Waldbrand buchstäblich die Nahrung genommen werden. Anhand von Satellitendaten und autonomen Lidar-Messdaten ermittelte das Forschungsteam zunächst, wie die Vegetation rund um knapp 26 000 Riesensequoien vor den Waldbränden beschaffen war – und schloss so darauf, ob die Bäume in den vorangegangenen Jahren eine Feuerbehandlung erfahren hatten. Dann simulierten sie anhand dessen die Folgen eines Wildfeuers.

Wie sich zeigte, sank die Wahrscheinlichkeit, bei einem der beiden verheerenden Feuer von 2020 und 2021 zugrunde zu gehen, für einen Mammutbaum durch die Behandlung um 77 Prozent. Anders formuliert: Die Chance, zu überleben, erhöhte sich auf das Vierfache. Computersimulationen des Teams zufolge retteten vorsätzlich gelegte Feuer rund 1900 Sequoien. Hätte man jeden Baum in den betrachteten Gebieten behandelt, könnten 3900 weitere Mammutbäume noch leben, schreiben die Autorinnen und Autoren.

  • Quellen

Dixon, D. J. et al., Nature 10.1038/s41467–026–75 418–6, 2026

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