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Mainz-Kastel: Britische Legionäre im Trainingslager

Spitzgraben
Insbesondere fern der Heimat mussten die römischen Legionäre ständig auf den Ernstfall vorbereitet sein – so wie im Übungslager Mainz-Kastel, wo etwa 120 Soldaten stationiert waren. Archäologen stießen jetzt auf die Überreste der fußballfeldgroßen Anlage aus dem 2. Jahrhundert n. Chr.

Verfärbungen in den Lehm- und Sandschichten zeugen von vier Toren und vier Ecktürmen, die das "Castellum Romanum" flankierten. Jeder Turm ragte damals rund sieben Meter in die Höhe. Das Militärlager aus der Zeit des Kaisers Mark Aurel umgab ein tiefer Graben, dessen keilförmiges Profil Eindringlinge zum Straucheln brachte. Neben römischen Scherben fanden die Wissenschaftler um Claus Bergmann vom Hessischen Amt für Denkmalpflege steinerne Geschosse. Im Kampf wurden diese mit einer Schleuder auf den Feind abgefeuert.

Zwischen 150 und 200 n. Chr. gehörte das Castellum zu den Verteidigungsanlagen des großen Legionslagers auf der anderen Rheinseite von Mainz. Da das jetzt entdeckte Lager jedoch im Hinterland abseits des Flusses lag, nutzten die Römer es wohl nur zu Übungszwecken. "Es ist zu einer Zeit entstanden, in der es eher friedlich zuging", berichtet Bergmann. Vor allem Legionäre aus dem von den Römern besetzten Großbritannien waren hier stationiert. Sie nutzten das Lager jedoch höchstens für drei Monate – dann wurde es komplett zugeschüttet. Dies erklärt auch, wieso die Forscher weder Tafelgeschirr noch Rüstung fanden: "Alles was wertvoll war, haben die Soldaten nach ihrem Abzug mitgenommen", stellt Bergmann fest.

Lisa Leander

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