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Bronzezeit: Klima-Fernwirkung zerstörte die Welt des Odysseus

Vor 3200 Jahren endete die Bronzezeit, eine Phase großer Hochkulturen, in einer mehreren Zusammenbrüchen. Nun ist das Rätsel um eine mögliche Ursache gelöst.
Odysseus tötet die Freier seiner Frau
War schon in der Bronzezeit nicht okay: einfach mal alle umbringen. Hier eine Darstellung einer Racheszene aus der »Odyssee«.

Homers große Epen »Ilias« und »Odyssee« sind nicht nur Geschichten über mythische Helden, sondern auch Zeugnisse der Bronzezeit, einer Epoche blühender Hochkulturen und Reiche. Doch dieses Goldene Zeitalter des östlichen Mittelmeerraums endete vor 3200 Jahren während einer langen regionalen Dürre in einem bis heute rätselhaften Kollaps. Wie nun Katherine Power und Qiong Zhang von der Universität Stockholm berichten, machten zwei spezielle Klimaeinflüsse diese spezifische Trockenperiode so verheerend. Laut ihrer in der Fachzeitschrift »Science Advances« veröffentlichten Analyse bestimmten eine langfristige Veränderung der Erdbahn einerseits und zyklische Veränderungen im Atlantik andererseits, wie trocken der östliche Mittelmeerraum während der vergangenen rund 8000 Jahre war.

In der Bronzezeit hatten sich im östlichen Mittelmeerraum und dem Fruchtbaren Halbmond große und gut organisierte Reiche etabliert. Homers Achaier, heute als mykenische Kultur bezeichnet, bildeten den nordwestlichen Rand dieses Kulturraums. Dort waren die Reiche der Hethiter, Assyrer, Babylonier, Elamiten und Ägypter eng vernetzt. Sie alle einte jedoch ihre Verwundbarkeit gegenüber dem trockenen Klima der Region.

Um herauszufinden, wie häufig und schwer besonders trockene Phasen in den letzten paar Tausend Jahren waren, benutzten Zhang und Power einen Typ von Simulation, der speziell darauf ausgelegt ist, das Klima der als Holozän bezeichneten Epoche seit dem Ende der letzten Eiszeit zu modellieren. In solche Simulationen fließen viele historische Klimadaten ein, zum Beispiel Kohlendioxidkonzentrationen, die man aus Eisbohrkernen kennt. Dadurch lassen sich mit solchen Modellen regionale Effekte viel genauer abbilden.

Demnach führten die zyklischen, langfristigen Veränderungen der Erdbahn dazu, dass die Nordhalbkugel im Sommer nach und nach weniger Sonneneinstrahlung erhält. Dadurch wird die Landoberfläche weniger warm, was die Monsunsysteme schwächt und die innertropische Konvergenzzone weiter südlich verlaufen lässt. Darum erreicht weniger Regen die Subtropen.

Das Computermodell zeigt außerdem, dass die Stärke des Strömungssystems AMOC sowie langfristige Wetterzyklen über dem Atlantik eng mit Regenfällen im Mittelmeerraum gekoppelt waren. Wie Power und Zhang berichten, überlagern sich dadurch mehrere Zyklen von einigen Dutzend bis über 1000 Jahren Länge so, dass sie rund alle 1000 Jahre zusammenfallen und eine sehr schwere, lang anhaltende Trockenperiode verursachen. Eine von ihnen fiel demnach mit dem verheerenden Untergang der bronzezeitlichen Welt des Odysseus zusammen.

  • Quellen

Power, K., Zhang, Q., Science Advances 10.1126/sciadv.aed5439, 2026

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