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Zoologie: Brütende Vögel tarnen ihren Körpergeruch

Schnepfenvögel, die sich selbst während des Brütens gegenüber Räubern exponieren müssen, bemühen sich während dieser gefährlichen Zeit weniger stark zu riechen. Dies schlussfolgern Forscher der Universität von Groningen, nachdem sie die einen charakteristischen Geruch verströmenden Lipide der Bürzeldrüse von sieben Watvogel-Spezies analysiert hatten.

Die Schnepfenvögel produzieren die wachsartigen Sekrete, um ihr Gefieder trocken und geordnet zu halten. Chemisch enthält das Lipidgemisch im Normalfall Mono-Esterverbindungen, die der Stoffwechsel weniger energieaufwändig produzieren kann, die dafür aber einen eindringlichen Eigengeruch haben. Jeroen Reneerkens und seine Kollegen berichten nun, dass für die Dauer der Brutzeit, in der die Tiere auf ihrem Gelege gefährdeter sind, größtenteils Di-Ester-Wachse in die Sekrete gemischt werden. Dafür werde zwar mehr Energie verbraucht, die Di-Ester-Verbindungen röchen aber weniger stark und machen die brütenden Vögel damit olfaktorisch weniger auffällig. Dies sei eine Tarnmaßnahme gegen Jäger, die ihre Beute auch am Geruch orten.

Der Stoffwechsel wird dabei gezielt nur von den Tieren umgestellt, die sich auch tatsächlich am Brutgeschäft beteiligen, berichten die Wissenschaftler: Bei Schnepfenvögeln, bei denen ausschließlich Männchen oder Weibchen auf den Eiern sitzen, produzierte auch nur das jeweils brütende Geschlecht die weniger flüchtigen Lipide. Im Rest des Jahres stellten die Tiere jeweils wieder auf die üblichen Mono-Ester um. (jo)
09.05.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 09.05.2007

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