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Transgene Organismen: Bt-Baumwolle kein Risiko für die Umwelt?

In einer zweijährigen Studie an ausgedehnten Baumwollfeldern in Arizona konnten Forscher keinen negativen Effekt von gentechnisch veränderten Pflanzen auf ihre Umwelt feststellen. Der Ernteertrag lag in derselben Größenordnung wie bei nicht manipulierter Baumwolle, die Bauern konnten aber weniger Insektizide einsetzen.

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Baumwollfelder | Baumwollfelder in Arizona: Seit 1996 wird hier gentechnisch veränderte Baumwolle angebaut. Inzwischen stehen auf mehr als der Hälfte der Anbaufläche Pflanzen, deren Erbgut manipuliert wurde.
Yves Carrière von der Universität von Arizona in Tucson und seine Kollegen hatten 81 Baumwollfelder von insgesamt 6600 Quadratkilometern Fläche untersucht und den Ertrag sowie den Pestizideinsatz mit denen von 40 Feldern mit konventioneller Baumwolle verglichen. Außerdem erfassten sie auf benachbarten, nicht bewirtschafteten Arealen die Diversität von Ameisen und Käfern. Damit wollten sie einen möglicherweise schädlichen Effekt auf nützliche Arten nachweisen, die unbeabsichtigt durch das in den Blättern der veränderten Pflanzen gebildete Gift getötet werden.

Die Nachbarschaft zu einem Bt-Baumwollfeld gehörte der statistischen Analyse zufolge nicht zu den Faktoren, welche die Biodiversität dieser Insekten beeinflusste, berichten Carrière und seine Mitarbeiter. Hierfür seien vielmehr Umweltbedingungen wie der Sandgehalt des Bodens, der Einsatz von Breitbandinsektiziden oder die Dichte des Saatguts entscheidend.

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Baumwollkapselbohrer | Eine Baumwollkapsel mit Baumwollkapselwurm: Ein eingeschleustes Bakteriengen ermöglicht den Pflanzen, sich mit einem Gift vor dem Schädling zu schützen. Zwar sinken daher in den Anbaugebieten die Mengen an nötigen Pestiziden, doch ob damit nicht der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben wird, bleibt die Frage: Experimente zur Schädigung anderer Insekten und zur unbeabsichtigten Ausbreitung des Bakteriengens in die Wildflora zeigen widersprüchliche Ergebnisse.
Bt-Baumwolle enthält ein Gen des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis, dessen Genprodukt toxisch auf bestimmte Schadorganismen wirkt. Bislang ist nicht geklärt, ob dieses Gift sich auch negativ auf andere Lebewesen auswirkt, die nicht Ziel der Abwehr sind – Untersuchungsergebnisse hierzu sind widersprüchlich. Auch bestehen Befürchtungen, dass sich das Gen in Wildformen einkreuzen und sich damit unkontrollierbar ausbreiten könnte.
04.05.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 04.05.2006

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