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Gestrandeter Wal: Buckelwal lebte nach Freisetzung noch maximal fünf Tage

Buckelwal »Timmy« hat seine Freilassung nur um wenige Tage überlebt. Kurz vor seinem Tod steuerte das Tier wieder die Ostsee an.
Eine Person in einem Neoprenanzug steht am Strand neben einem gestrandeten, großen Meerestier, vermutlich ein Wal. Der Wal liegt auf der Seite, und seine Rippen sind deutlich sichtbar. Im Hintergrund erstreckt sich das Meer bis zum Horizont. Die Szene wirkt ruhig, mit sanften Wellen, die den Strand erreichen. Der Himmel ist bewölkt.
Am 14. Mai wurde ein toter Buckelwal an der dänischen Insel Anholt angespült. Später zog man ihn an Land (Aufnahme vom 30. Mai 2026). Wie Untersuchungen zeigten, handelte es sich um das als »Timmy« oder »Hope« bekannte Tier, das zuvor mehrfach in der Ostsee gestrandet war.

Der mehrfach an Ostseeküsten gestrandete Buckelwal hat seine Freilassung nur wenige Tage überlebt. Er sei am vierten oder fünften Tag, nachdem er in der Nordsee ausgesetzt worden war, tot gewesen, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) in Schwerin. Darauf wiesen die ausgewerteten Daten des Senders hin, den das Tier zuletzt getragen hatte. Demnach steuerte das Buckelwal-Weibchen direkt nach seiner Freisetzung wieder die Ostsee an. Bis zu seinem Tod legte der Buckelwal dem Minister zufolge etwa 215 Kilometer zurück.

Hätte das Buckelwal-Weibchen noch einige Tage länger überlebt, wäre es sehr wahrscheinlich wieder gestrandet, sagte die Meeresbiologin Tamara Narganes Homfeldt von der Walschutz-Organisation WDC der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Der Grund dafür sei weniger ein Orientierungsproblem gewesen als vielmehr der schlechte gesundheitliche Zustand des Wals: Das geschwächte Tier habe vermutlich flachere und sichere Gewässer gesucht.

Die Strömung im Kattegat und in der Ostsee sei normalerweise ziemlich schwach, die vom Sender erfassten Bewegungen und zurückgelegten Strecken bis zum 6. Mai gingen daher wahrscheinlich ausschließlich auf aktives Schwimmen des Wals zurück, wie Holmfeldt erläuterte. Am 6. Mai habe der Meeressäuger den Daten zufolge offenbar schon keine Kraft mehr gehabt – es sei realistisch anzunehmen, dass er an diesem oder am Tag darauf starb. Freigesetzt worden war das Tier am 2. Mai. 

Transport entgegen einhelliger Expertenempfehlung

Fachleute verschiedener Institute und Organisationen hatten von Anfang an davon abgeraten, das schwer geschwächte Tier zu transportieren. Es solle vielmehr in Ruhe und Würde sterben dürfen, hieß es. Backhaus bezeichnete den Rettungsversuch nun erneut als rechtlich und fachlich vertretbar.

»Er hat die Chance nicht nutzen können«, sagte der Minister. Es sei traurig, wie es für das Tier ausgegangen sei. Der Sender habe bis zum 7. Mai noch viele weitere Daten gesammelt, die zusätzliche Rückschlüsse erlauben könnten, darunter Wassertiefe, Temperatur, Bewegungsabläufe und Geschwindigkeit. Alle Daten sollen noch der Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden, hieß es.

Backhaus: Tod hatte nichts mit Transport oder Freisetzung zu tun

Der Sender der Firma Wildlife Computers war an der Rückenfinne des geschwächten und beim Transport verletzten Tieres befestigt worden, kurz bevor es ins offene Meer entlassen wurde. Backhaus betonte, es gebe nach derzeitiger Kenntnis keine belastbaren Hinweise darauf, dass im Zusammenhang mit Transport oder Freisetzung etwas unmittelbar »zum Tod oder zu Gefahren beigetragen« habe. Zumindest in seinem Verantwortungsgebiet – bis zur Landesgrenze – »nehmen wir zur Kenntnis, dass es dort keine Verletzungen des Tieres gegeben hat«, sagte der Minister.

Der Buckelwal war am 3. März im Hafen von Wismar gesehen worden. Am 23. März wurde er auf einer Sandbank vor der Gemeinde Timmendorfer Strand entdeckt, schwamm einige Tage später weg und strandete mehrfach erneut. Ab dem 31. März lag das geschwächte Tier vor der Insel Poel, bis eine Privatinitiative – nach viel öffentlichem Trubel – das Tier am 28. April in Richtung Nordsee wegschaffte. Etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt wurde der Wal im Skagerrak ausgesetzt.

Knapp zwei Wochen später, am 14. Mai, wurde der Buckelwal tot an der dänischen Insel Anholt angespült. Den schon stark verwesten Kadaver obduzierten Fachleute später und entdeckten, dass er wohl doch kein Netz im Magen aufwies. Bislang gibt es keine konkreten Ergebnisse zur Todesursache. Die Überreste des Tieres sollten in Dänemark unter anderem zu Biodiesel verwertet werden. (dpa/fs)

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