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Tierwanderungen: Buckelwale navigieren extrem präzise

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Buckelwale sind die Langstreckenschwimmer unter den Säugetieren: Ihre Wanderungen zwischen den Nahrungsgründen in der Arktis oder Antarktis zu ihren Geburtsplätzen wie vor der mexikanischen Baja California können bis zu 8000 Kilometer lang werden – größere Distanzen legt kein Säugetier zurück. Während der einzelnen Etappen, die durchaus 200 und mehr Kilometer umfassen können, weichen sie nur sehr gering vom Kurs ab, wie Travis Horton von der neuseeländischen Canterbury University und seine Kollegen schreiben, die die Tiere über Satelliten verfolgt haben.

Die Tiere lassen sich dabei auch nicht von wechselnden Meeresströmungen, Wetterbedingungen, Einflüssen des Erdmagnetfelds oder Sonnenpositionen beirren und steuern ihr Ziel praktisch in direkter Linie an: Die Mehrzahl der mit Sendern ausgestatteten Buckelwalen (Megaptera novaeangliae) navigierte sehr präzise und kam während der Reise weniger als ein Grad vom Kurs ab – eine Abweichung, die sie im weiteren Verlauf der Wanderung stets korrigierten.

Wie das den Tieren gelingt, können die Forscher allerdings noch nicht sagen: Der Neigungswinkel des Erdmagnetfeldes zur Horizontalen etwa weicht pro Abschnitt, den die Wale geradeaus zurücklegen, um 1 bis 22 Grad ab. Und die Abweichung zwischen geografischer und magnetischer Nordrichtung beträgt zwischen 0,5 und 12 Grad. Während ihrer Wanderschaft verändern sich zudem je nach überquertem Breiten- und Längengrad Zeit und Ort von Sonnenauf- und -untergang sowie der Transit des Zentralgestirns. Weder der Magnetsinn noch der Sonnenkompass der Tiere könne demnach die präzise Navigationsleistung der Meeressäuger erklären, so die Forscher. Da sich die Wale recht langsam fortbewegen und daher leicht aus der Ferne überwacht werden können, hoffen Horton und Co auf völlig neue Erkenntnisse zur Orientierung von fernwandernden Arten. (dl)
16. KW 2011

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 16. KW 2011

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  • Quellen
Biol. Lett. 10.1098/rsbl.2011.0279, 2011

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