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Buckminsterfulleren B80: Bezaubernde Buckyballs aus Bor

Forscher haben erstmals fußballförmige Moleküle aus Bor hergestellt. Wie ihr Vorbild, das Buckminsterfulleren aus Kohlenstoff, sind sie perfekt symmetrisch. Eine Frage bleibt aber noch offen.
3D-Darstellung mehrerer kugelförmiger Strukturen, die aus miteinander verbundenen Knoten bestehen und an ein Netzwerk aus Ringen erinnern. Die Strukturen schweben in einem dunklen, unscharfen Hintergrund, was einen räumlichen Effekt erzeugt. Die Darstellung betont die geometrische Anordnung und die Verbindungspunkte der Knoten.
Das Buckminsterfulleren C60 besteht aus 60 Kohlenstoffatomen und ist geformt wie ein traditioneller Fußball.

Vier Jahrzehnte nachdem das legendäre Buckminsterfulleren C60 in einem Labor das Licht der Welt erblickte, bekommt das fußballförmige Molekül Zuwachs: Forschende haben es geschafft, Nanobälle aus Bor herzustellen, die den »Buckyballs« gleichen. Das Molekül mit der Formel B80- tauften sie auf den Namen Bor-Buckminsterfulleren.

Dessen Vorbild, das Buckminsterfulleren C60, gleicht in seiner Geometrie einem klassischen Fußball: Es ist ein Hohlkörper mit einer Oberfläche aus 20 regelmäßigen Sechsecken und 12 gleichmäßig dazwischen gepackten Fünfecken. Dadurch ergibt sich eine extrem hohe Symmetrie – alle 60 C-Atome sind gleichwertig, weil sie die gleiche chemische Umgebung »sehen«. Für die Entdeckung von C60 und verwandten Verbindungen erhielten Robert Curl, Harold Kroto und Richard Smalley 1996 den Nobelpreis für Chemie.

Immer wieder versuchten Fachleute, auch aus anderen Elementen Verbindungen mit ähnlichen Geometrien herzustellen. Doch es erwies sich als schwierig, das besondere Bindungsverhalten des Kohlenstoffs nachzuahmen. Durch seine einzigartige elektronische Struktur ist das Element außergewöhnlich gut darin, vielseitige kovalente Bindungen auszubilden, unter anderem mit sich selbst. Die liebevoll Buckyballs genannten Moleküle sind daher nur eine der vielen Modifikationen des festen Kohlenstoffs neben Diamant, Graphit, Graphen und weiteren selteneren Formen.

Bor, das Nachbarelement des Kohlenstoffs, hat ein Außenelektron weniger als jenes und bildet meist drei Bindungen zu seinen Nachbarn aus (statt vier). Daraus ergeben sich andere Geometrien. Gleichzeitig ist Bor für außergewöhnliche, oft sehr symmetrische und stabile Käfigstrukturen bekannt. Damit ist es für die besondere käfigartige Geometrie der Fullerene quasi prädestiniert.

Bor-Buckminsterfulleren |

Im Bor-Buckminsterfulleren verknüpfen sich 80 Boratome zu einem fußballartigen Käfig.

Quantenmechanische Bestätigung steht noch aus 

Aus dem C60-Molekül erhält man (im Gedankenspiel) eines mit 80 Atomen, wenn man in die Mitte jedes der 20 Sechsecke ein zusätzliches Atom platziert. So ergibt sich eine ebenso symmetrische Oberfläche aus gleichseitigen Dreiecken, die regelmäßig von Fünfecken unterbrochen ist. Und genau diese Symmetrie trägt das Molekül B80. Das legen zumindest die spektroskopischen Untersuchungen des Forschungsteams nahe.

Was noch aussteht, ist der Nachweis durch quantenmechanische Berechnungen. Diese sagen für ein hypothetisches B80-Molekül nämlich andere Geometrien voraus – die aber nicht zu den experimentellen spektroskopischen Daten passen. Laut den Autoren sind die theoretischen Rechenmethoden noch nicht genau genug, um die komplexen Bindungsverhältnisse in dem Molekül korrekt zu berechnen. Bis die Existenz der Miniaturfußbälle aus Bor auch theoretisch bestätigt ist, kann es also noch mehrere Jahre dauern.

  • Quellen

Choi, H. W. et al., Chemical Science 10.1039/D6SC02674E, 2026

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