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Epidemiologie: Buntbarsch als Waffe gegen Malaria?

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Nil-Tilapia (Oreochromis niloticus) | Der Buntbarsch Oreochromis niloticus – auch Nil-Tilapia genannt – könnte in Afrika zur Malariabekämpfung beitragen und zusätzlich als Nahrung und Erwerbsgrundlage dienen.
Der Nil-Tilapia (Oreochromis niloticus) – eine afrikanische Buntbarschart – vertilgt dermaßen viele Larven Malaria übertragender Mücken, dass er als natürliche Waffe gegen die Fiebererkrankung eingesetzt werden könnte. Zu dieser Überzeugung gelangen Annabel Howard und Kollegen vom Internationalen Zentrum für Insektenphysiologie und -ökologie (ICIPE) in Nairobi nach mehrmonatigen Studien mit der Art in nicht mehr genutzten Fischteichen im Westen Kenias.

Innerhalb von 15 Wochen dezimierten die allesfressenden Buntbarsche die Bruten der Mückenarten Anopheles gambiae und Anopheles funestus – Hauptüberträger der Malaria in der Region – um mehr als 94 Prozent. Durch diese starke Einflussnahme auf die Larvenpopulation sei auch ein Effekt bei den erwachsenen Insekten zu erwarten, so Howard. Eine hochwirksame biologische Malariabekämpfung sei dringend erforderlich, da die Resistenz der Mücken gegen Pestizide immer mehr zunehme und pro Jahr 2000 Kinder im Gebiet an Malaria erkrankten.

Die Entomologen sehen einen weiteren Vorteil darin, dass die Fischart gleichzeitig als Nahrung und Erwerbsgrundlage genutzt werden könnte. Allerdings müssten dringend weitere Gegenmaßnahmen gegen die Anopheles-Mücken getätigt werden, da ihre Larven in jeder Art von Stillgewässer – auch fischfreien Pfützen und Regentonnen – heranwüchsen. (lp)
10.08.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 10.08.2007

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