Direkt zum Inhalt

Vulkane: Campi Flegrei könnte nächste Supereruption drohen

Seit Jahrzehnten verdichten sich die Hinweise darauf, dass den Phlegräischen Feldern ein weiterer Ausbruch bevorsteht. Und der wird möglicherweise verheerend, sagen Forscher.
Dampfschwaden steigen von einem Hang aus dunklem vulkanischen Gestein auf

Die Phlegräischen Felder in der Nähe von Neapel sind eine Region mit starker vulkanischer Aktivität. Unter dem Gebiet, das von Eruptionsherden durchzogen ist, schlummert ein aktiver Supervulkan, der bereits zweimal – vor rund 15 000 und vor rund 38 000 Jahren – für besonders verheerende Eruptionen gesorgt hat. Und der nächste große Ausbruch könnte womöglich bereits bevorstehen. Darauf fanden nun zumindest Wissenschaftler um Francesca Forni von der ETH Zürich Hinweise.

Die Forscher untersuchten unter anderem Gesteinsproben von 23 größeren und kleineren Eruptionen, die sich in den vergangenen Jahrtausenden ereignet hatten. Dabei entdeckten sie, dass sich das Magma im Vorfeld der beiden Supereruptionen offenbar charakteristisch gewandelt hatte. Die Vorboten dieser Veränderung konnte das Team auch bei dem letzten Ausbruch im 16. Jahrhundert nachweisen, bei dem der rund 130 Meter hohe Monte Nuovo entstanden war. Die Daten der Wissenschaftler legen nahe, dass sich die Magmaspeicherbedingungen seit dem Monte-Nuovo-Ausbruch verändert haben und sich derzeit große Mengen flüssigen Gesteins unter den Campi Flegrei ansammeln könnten – die sich dann möglicherweise auf relativ drastische Weise ihren Weg an die Oberfläche bahnen.

Im Fall einer Supereruption wären Millionen Menschen in der dicht besiedelten Region in Gefahr. Bereits seit Jahrzehnten beobachten Forscher die zunehmende Aktivität der Phlegräischen Felder mit Sorge. Zuletzt verdichteten sich 2016 die Hinweise darauf, dass in der nicht näher zu beziffernden Zukunft ein Ausbruch bevorstehen könnte. Wie heftig dieser ausfallen wird, ist allerdings bislang umstritten.

47/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 47/2018

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnervideos